Methode 6

Die Wurzel des Übels finden – 5 Whys

Warum wir oft Symptome bekämpfen statt Ursachen zu lösen.

Quelle: Sakichi Toyoda (Toyota Industries) · Grundlage: Praxisframework

Wann passt das?

Ein Fehler passiert zum zweiten oder dritten Mal, obwohl ihr ihn schon behoben hattet.

Das Tool

1
Warum #1: Warum ist das passiert? → Antwort A.
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Warum #2: Warum ist A passiert? → Antwort B.
3
Warum #3: Warum ist B passiert? → Antwort C.
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Warum #4: Warum ist C passiert? → Antwort D.
5
Warum #5: → Eine Ursache, an der ihr ansetzen könnt (oft im Ablauf, nicht beim Menschen).

Eine iterative Fragetechnik, um die Ursache-Wirkungs-Beziehungen eines Problems zu erforschen. Selten gibt es nur eine Ursache. Wenn sich die Kette verzweigt, verfolge mehrere Stränge und schau, wo sie sich gegenseitig verstärken.

Beispiel

Ein Kundenangebot ging mit falschen Preisen raus.

Warum #1
Weil die alte Preisliste verwendet wurde.
Warum #2
Weil die neue Liste nicht im Vorlagenordner lag.
Warum #3
Weil niemand dafür zuständig ist, Vorlagen zu aktualisieren.
Warum #4
Weil Preisänderungen per Mail kommen und nicht über einen festen Ablauf. Zweiter Strang: Das Angebot ging unter Zeitdruck ohne Gegenlesen raus.
Ansatzpunkte
Zuständigkeit für Vorlagen festlegen und Angebote ab einer bestimmten Summe zu zweit prüfen. In sechs Wochen schauen wir, ob der Fehler wieder auftritt.

Deine Anwendung

Nimm ein Problem, das wiederkommt. Frag so lange nach dem Warum, bis du einen Punkt erreichst, an dem ihr etwas ändern könnt. Verzweigt sich die Kette, notier beide Stränge.

Problem
Warum #1
Warum #2
Warum #3
Warum #4
Warum #5
Ansatzpunkte und Prüftermin

Was danach vorliegt

Eine oder mehrere prüfbare Hypothesen zur Ursache und ein Ansatzpunkt, an dem ihr etwas ändert und später schaut, ob der Fehler wiederkommt.

Analyse-Checkliste

Ziel:
Nachhaltige Problemlösung, Qualitätsmanagement.
Kontext:
Post-Mortems, Fehleranalyse, Qualitätszirkel.
Zielgruppe:
Teams, Ingenieure, Prozessmanager.
Dauer:
15–30 Min.

Spannende Beobachtungen

"Oft endet die Kette bei einem fehlenden Ablauf oder Training und nicht bei "menschlichem Versagen". Das nimmt den Druck vom Einzelnen und lenkt den Blick auf das System."

Grenzen & Fallstricke

Bei komplexen Problemen mit vielen Wechselwirkungen greift eine lineare Fragekette zu kurz. Und wenn im Team Schuld verteilt wird, bekommst du keine ehrlichen Antworten.

Man kann sich in falschen Kausalketten verrennen. Die Antworten müssen auf Fakten basieren, nicht auf Vermutungen.

Anschluss

  • Ladder of Inference: Prüft bei jeder Antwort, ob sie auf Fakten beruht oder auf einer Vermutung.
  • Psychologische Sicherheit: Ehrliche Antworten auf die Warum-Fragen bekommst du nur, wenn niemand Schuldzuweisungen fürchten muss.

Grundlage & Beleg

Grundlage:
Praxisframework
Methode:
Jeffrey Liker: The Toyota Way