Alfred Schmidt
1931–2012
- Strömung
- Kritische Theorie
- Lebensdaten
- belegt gilt für Name, Lebenszeit und Orte
Der Hüter des Erbes: Schüler Horkheimers, Herausgeber seiner Schriften.
Hält die Linie der älteren Kritischen Theorie, während Jürgen Habermas, ein Philosoph der jüngeren Generation, neue Wege geht und die Vernunft im gemeinsamen Austausch von Argumenten sucht.
Kernidee
Bei Marx ist Natur nicht einfach Rohstoff, Mensch und Natur formen sich gegenseitig.
Bekannt für
Schmidt zeigte, dass Marx nicht nur über Wirtschaft schrieb, sondern auch über das Verhältnis von Mensch und Natur. Damit legte er früh eine Grundlage für ökologisches Denken in der Kritischen Theorie.
Theorien mit Alltagsbeispiel
Naturbegriff bei Marx
Für Marx ist Natur kein fester Hintergrund, sondern wird durch menschliche Arbeit ständig umgeformt. Gleichzeitig bleibt der Mensch selbst Teil der Natur. Wer einen Wald rodet, verändert also nicht nur die Landschaft, sondern auch die eigenen Lebensbedingungen.
Kritischer Materialismus
Materialismus heißt hier nicht Gier nach Dingen. Gemeint ist der Gedanke, dass Leib, Bedürfnisse und Leid ernst genommen werden müssen, bevor man über Ideen redet. Eine Firma, die von Werten spricht, aber Überstunden ignoriert, verfehlt diesen Maßstab.
Emanzipatorische Sinnlichkeit
In seiner Arbeit über Ludwig Feuerbach (einen Philosophen des 19. Jahrhunderts, der Religion als Spiegelbild menschlicher Eigenschaften deutete und von dem Marx viel lernte) betonte er die Sinne und das Glück als Ziel von Befreiung. Gesellschaftskritik soll nicht nur gerechter, sondern auch genussfähiger machen. Ein Leben nur aus Pflichtgefühl wäre in diesem Sinn unfrei.
Begriffe
- Naturbegriff bei Marx
- : Schmidts Deutung, nach der Marx die Natur als etwas versteht, das der Mensch durch Arbeit formt und von dem er selbst ein Teil bleibt
Lehrer, Schüler, Freunde, Gegner
Lehrer
- Max Horkheimer: Doktorvater und Förderer, dessen Schriften Schmidt später herausgab
- Theodor W. Adorno: zweiter prägender Lehrer seiner Dissertation
Schüler
- Gunzelin Schmid Noerr: Mitherausgeber der Horkheimer-Werkausgabe (im weiteren Sinn geprägt)
Freunde
- Max Horkheimer: enge Arbeitsbeziehung bis zu dessen Tod 1973
Gegner
- Louis Althusser und der Strukturalismus: Schmidt kritisierte deren Abwertung von Geschichte und Subjekt
Verbindungen im Netz
2 Verbindungen, davon 2 noch nicht einzeln geprüft. Jede hat ihre eigene Begründung und ihren eigenen Prüfstand.
Lehrer und Schüler
Persönliches Lehrverhältnis.
Schüler von Max Horkheimerungeprüft
Schmidt ist Horkheimers Schüler und Herausgeber seiner Schriften.
Baut auf
Übernimmt oder entwickelt einen Gedanken weiter, meist über Texte.
baut auf Karl Marxungeprüft
Schmidt untersucht, was Natur bei Marx bedeutet.
Kontext
Was das Denken geprägt oder verzerrt haben könnte: Geld, Abhängigkeit, Biografie.
Abhängigkeit belegt
Seine Doktorarbeit schrieb er 1957 bis 1960 unter Horkheimer und Adorno. Er selbst schrieb, jede Seite sei vom Einfluss der Kritischen Theorie durchdrungen.[1]
Zeitgeschehen Deutung
Er arbeitete im Kalten Krieg, als Marx im Westen als Ideologie des Ostblocks galt, also der kommunistisch regierten Staaten unter Führung der Sowjetunion. Sein Ziel, einen undogmatischen Marx zu zeigen, lässt sich auch als Abgrenzung vom Sowjetmarxismus lesen, also von der Fassung des Marxismus, die in der Sowjetunion als verbindliche Staatslehre galt.[2]
Kritik
Manche Marxisten warfen ihm vor, Marx zu sehr in Richtung Philosophie zu ziehen und die Ökonomie zu vernachlässigen. Andere fanden, er sei zu stark Hüter des Erbes von Horkheimer geblieben und habe wenig Eigenes entwickelt.
Wirkung heute
Sein Buch über den Naturbegriff wird in der ökologischen Marx-Debatte wieder gelesen, etwa bei Autoren, die über Klimakrise und Kapitalismus schreiben.
Brücke zu Führung und Coaching
Schmidts Gedanke erinnert daran, dass jede Organisation auf materiellen Grundlagen ruht: Körper, Zeit und Ressourcen. Wer Strategien plant, sollte fragen, was sie für Belastung und Erholung der Menschen bedeuten. Ein ehrgeiziger Wachstumsplan ohne Blick auf Erschöpfung ist schlicht unvollständig.
Lebensstationen
- 1931Geboren in Berlin
- 1960Promotion bei Horkheimer und Adorno
- 1962Der Begriff der Natur erscheint
- 1972Professor für Philosophie in Frankfurt
- 2012Gestorben in Frankfurt am Main
Werke
Der Begriff der Natur in der Lehre von Marx (1962)
Anekdote belegt
Schmidt blieb Horkheimer so verbunden, dass er nach dessen Tod jahrelang die Gesammelten Schriften seines Lehrers herausgab. Er gilt deshalb als einer der wichtigsten Nachlassverwalter der ersten Generation.[2]
Lesetipps
- Einstieg
- Der Begriff der Natur in der Lehre von Marx (1962): sein Hauptwerk, knapp 200 Seiten und klar gegliedert
- Vertiefung
- Rolf Wiggershaus: Die Frankfurter Schule (1986), ordnet Schmidts Rolle im Umfeld Horkheimers ein
Noch nicht sicher belegt
- Modul Kritische Theorie führt keine eigene Quellenliste; Quellen hier nur aus Kontext- und Anekdoten-Einträgen abgeleitet
Herkunft der Daten: Kritische Theorie. Prüfstand der Lebensdaten: belegt. Verbindungen, Kontext und Anekdote haben jeweils einen eigenen Prüfstand.
Quellen zu Alfred Schmidt
- [1]Alfred Schmidt: The Concept of Nature in Marx, Preface to the English Edition · Webseite
- [2]Wikipedia: Alfred Schmidt (Philosoph) · Wikipedia
- [3]Wikipedia (de): Kritische Theorie · Wikipedia, abgerufen 2026-10-20
- [4]Wikipedia (en): Ludwig Feuerbach · Wikipedia
- [5]Wikipedia (de): Marxismus-Leninismus · Wikipedia, abgerufen 2026-10-20