Landkarte der Philosophie · Wer bin ich eigentlich?
Station 2 von 5
Bin ich noch dieselbe Person wie vor zwanzig Jahren?
Ein paar Seiten weiter stößt du auf einen Eintrag über einen Ausflug, und sofort weißt du wieder, wie es war, sogar wie der Tag roch. Zu einem anderen Eintrag über einen heftigen Streit fällt dir nichts mehr ein. Die Schrift ist eindeutig deine, und trotzdem fühlt es sich an, als hätte jemand anders diese Seite geschrieben.
Selbst nachdenken
Wärst du weniger die Person, die das geschrieben hat, wenn du dich an keinen einzigen Eintrag mehr erinnern könntest?
Freiwillig. Du kannst direkt weiterlesen.
Mit Descartes hast du das Ich als das kennengelernt, was gerade denkt. Für das Tagebuch reicht das nicht, denn daraus folgt nicht, dass dein heutiges Denken zu demselben Ich gehört wie dein Denken mit fünfzehn. Naheliegend ist, die Antwort im Erinnern zu suchen: Die Person von damals bist du, wenn du dich an ihr Erleben erinnerst. Schwierig wird das, weil Erinnerungen Lücken haben, so wie bei dem Streit, der in deiner Schrift im Heft steht und an den du dich trotzdem nicht mehr erinnerst.
Wer an dieser Station antwortet und wie die Antworten zusammenhängen. Hervorgehoben sind die Personen dieser Station.
Als Text
- Station 2 von 5: Bin ich noch dieselbe Person wie vor zwanzig Jahren?
- Personen an dieser Station: John Locke, Thomas Reid und Derek Parfit.
- Thomas Reid kritisiert John Locke. Warum diese Verbindung?
- Derek Parfit baut auf John Locke auf. Warum diese Verbindung?
Eine Antwort von John Locke · Historische Information
Du bist dieselbe Person, soweit dein Bewusstsein zurückreicht
Einfach gesagt
John Locke sagt, dass nicht dein Körper und auch nicht eine unsichtbare Seele dich über die Jahre zur selben Person macht, sondern dein Bewusstsein. Damit meint er, dass du dich als dasselbe denkende Wesen an verschiedenen Zeiten wiedererkennst. So weit du dich auf eine frühere Handlung oder einen früheren Gedanken als auf deinen eigenen zurückbeziehen kannst, so weit reicht nach Locke deine Identität.[4][2][7]
Wie das begründet wird
Locke fragt zuerst, was das Wort „Person“ überhaupt meint: ein denkendes, vernünftiges Wesen, das sich selbst als dasselbe denkende Wesen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten betrachten kann. Weil dieses Bewusstsein von sich jedes Denken begleitet, bestimmt es nach ihm, wer dieselbe Person ist. Zur Probe spielt er Fälle durch: Wanderte die Seele eines Prinzen mit all seinen Gedanken in den Körper eines Schusters, dann wäre der Prinz nun im Schuster zu finden, und zwei getrennte Bewusstseine, die abwechselnd tagsüber und nachts denselben Körper benutzten, wären zwei Personen. Person ist für Locke außerdem ein Begriff aus dem Recht, mit dem Taten und ihr Verdienst jemandem zugerechnet werden, und strafen darf man nur den, der sich der Tat bewusst ist.[4][2]
Ein Beispiel
Übertragen auf dein Tagebuch: Bei dem Eintrag über den Ausflug erinnerst du dich an den Tag und erkennst dich als die Person, die ihn erlebt hat. Liest man Lockes Bewusstsein als Erinnerung, dann reicht deine Identität genau so weit, und für den Streit, an den du dich nicht mehr erinnerst, fehlte dieser Rückbezug. Dass Schrift und Körper dieselben sind, entscheidet für Locke nicht, denn er unterscheidet den Menschen als Lebewesen von der Person.[4][2][1]
Eine heutige Übertragung, nicht das Beispiel der Person selbst.
Was diese Antwort gut erklärt
Die Position erklärt, warum du für Taten einstehen musst, die du als deine eigenen kennst, und warum ein gleicher Körper dafür nicht genügt. Locke vergleicht es damit, einen Zwilling für das zu bestrafen, was sein Bruder getan hat, nur weil beide gleich aussehen. Außerdem muss sie nichts über die Substanz behaupten, aus der das Denken besteht, die Locke für unerkennbar hält.[4][2]
Genauer betrachtet: Bewusstsein (consciousness) bei Locke
Was Locke mit „Bewusstsein“ genau meint, sagt er selbst kaum. Klar ist, dass es nach ihm jedes Denken begleitet und dir zeigt, dass du es bist, der denkt. Weil sich dieses Bewusstsein über das Erinnern nach hinten erstreckt, lesen manche Forscher Locke als reinen Erinnerungstheoretiker; andere halten das für zu eng, weil Locke ausführlich über das Vergessen spricht. Außerdem hält Locke drei Dinge auseinander, den Menschen als Lebewesen, die Seele und die Person: Nach seinen Gedankenexperimenten könnte dieselbe Person in einer anderen Seele weiterbestehen, und derselbe Mensch könnte zu verschiedenen Zeiten verschiedene Personen sein. Ob das Denken in einer immateriellen Seele oder in Materie steckt, hält er für nicht erkennbar.[4][2]
Häufiges Missverständnis
Prinz und Schuster, Tag- und Nachtmensch beschreiben keine Vorgänge, die gewöhnlich geschehen. Es sind Gedankenexperimente, mit denen Locke die Begriffe Mensch, Seele und Person trennen will. Auch ist nicht ausgemacht, dass er Bewusstsein und Erinnerung gleichsetzt; das Tagebuchbeispiel liest ihn so und kommt damit an seine Grenze.[4]
Wo diese Antwort an ihre Grenze kommt
Einwand von Thomas Reid
Thomas Reid beschreibt einen Offizier, der als Junge für einen Obstdiebstahl geschlagen wurde, in seinem ersten Feldzug eine feindliche Fahne eroberte und schließlich General wurde. Der Soldat erinnert sich an die Prügel, der General erinnert sich an die Fahne, aber nicht mehr an die Prügel. Nach Lockes Regel wäre der General der Soldat und der Soldat der Junge, der General aber nicht der Junge, und das widerspricht der Regel, dass zwei Personen identisch sind, wenn beide mit derselben dritten identisch sind (Fachwort: Transitivität).[4][3][1]
Eine mögliche Antwort darauf: Verteidiger Lockes bezweifeln, dass er Bewusstsein und Erinnerung gleichsetzt, und ob Reid ihn hier richtig liest, ist umstritten. Spätere Vertreter des Erinnerungsgedankens lassen außerdem Ketten zu, in denen der General über den Soldaten mit dem Jungen verbunden bleibt.
Einwand von Joseph Butler
Joseph Butler wendet ein, dass das Bewusstsein, dieselbe Person zu sein, schon voraussetzt, dass man es ist, und es deshalb nicht herstellen kann. Außerdem bist du auch dann die Person, die etwas getan hat, wenn du dich nicht mehr daran erinnerst.[4][3]
Ein Einwand, der in der Forschung diskutiert wird
Gegen eine Lesart, die Bewusstsein als Erinnern versteht, spricht, dass es viele Zeiten gibt, an die du dich nicht erinnern kannst, etwa den traumlosen Schlaf. Nach dieser Lesart hättest du in der letzten Nacht gar nicht existiert, und wer in deinem Bett schlief, wäre jemand anderes gewesen.[1]
Eine mögliche Antwort darauf: Als Ausweg wird vorgeschlagen, statt der Erinnerung ein weiteres Band zu nehmen: dass dein heutiges Seelenleben zu großen Teilen von deinem früheren verursacht ist. Dann bleibst du auch im Schlaf mit dir verbunden.
In der Forschung umstritten: Meint Locke mit Bewusstsein nur die Erinnerung, oder etwas Weiteres, das auch Lücken im Gedächtnis überbrücken kann?
Noch nicht sicher belegt
- Lockes Essay (Buch 2, Kapitel 27) wurde nicht selbst gelesen, nur die Darstellungen der Stanford Encyclopedia und der Internet Encyclopedia.
- Wie weit Lockes Bewusstsein über das Erinnern hinausgeht, ist in der Forschung offen; die Station folgt der vorsichtigen Lesart und kennzeichnet die Erinnerungs-Lesart als Anwendung.
- Butlers Einwand ist nur in der Wiedergabe der Stanford Encyclopedia (Zitat von 1736) gelesen, nicht im Original.
- Die Ketten-Lösung gegen Reids Einwand stammt in der Quelle von späteren Erinnerungstheoretikern, nicht von Locke.
Woher wir das wissen · Satz für Satz gegen die Quellen geprüft (2026-10-21)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Locke on Personal Identity, 1. Locke on Persons and Personal Identity: The Basics (stützt: Einfach gesagt, Begründung, Beispiel, Genauer betrachtet, Missverständnis, Stärke)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Locke on Personal Identity, 2. Locke on Persons: What’s Up for Debate (stützt: Beispiel, Genauer betrachtet, Missverständnis)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Locke on Personal Identity, 3. The Early Modern Reception of Locke’s Picture of Persons (stützt: Einwand 1, Einwand 2, Einwand 1, Missverständnis)
- John Locke (SEP) – https://plato.stanford.edu/entries/locke/ ; John Locke (IEP), 3. Special Topics in the Essay, d. Personhood and Personal Identity (stützt: Einfach gesagt, Begründung, Beispiel, Genauer betrachtet, Stärke)
- John Locke (Wikipedia, Abschnitt Slavery), The self (stützt: Einfach gesagt)
- SEP, Thomas Reid, 5.2 Reid on Personal Identity (stützt: Einwand 1, Einwand 2)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 4. Psychological-Continuity Views (stützt: Einwand 1, Einwand 1, Einwand 3, Einwand 3, Beispiel)
Eine Antwort von Derek Parfit · Historische Information
Wichtig ist der seelische Zusammenhang, nicht die Identität
Einfach gesagt
Derek Parfit führt Lockes Gedanken weiter, dass es auf den seelischen Zusammenhang ankommt: auf Erinnerungen, Überzeugungen, Absichten und Charakterzüge, die über die Zeit aneinander anschließen. Ob eine spätere Person mit dir identisch ist, hält er in manchen Fällen für nicht eindeutig beantwortbar. Vor allem hält er diese Frage für weniger wichtig, als wir meinen, denn für das, was dir am Fortleben wichtig ist, genügt der Zusammenhang.[1][6][5][8][4]
Wie das begründet wird
Ein zentrales Gedankenexperiment Parfits geht so: Deine beiden Gehirnhälften werden in zwei Körper verpflanzt (Fachwort: Spaltung). Beide Empfänger führen dein Seelenleben fort, aber sie sind zwei Personen, und etwas kann nicht mit zwei verschiedenen Personen identisch sein, also bist du keiner von beiden. Nach Parfit hast du aber zwei Nachfolger, in denen weiterlebt, was dir wichtig ist, und das ist so gut wie Identität, vielleicht sogar besser. Daraus folgert er, dass beim Fortleben nicht die Identität zählt, sondern der seelische Zusammenhang.[1][6][8]
Ein Beispiel
Übertragen auf dein Tagebuch: Parfit würde nicht entscheiden wollen, ob du ganz dieselbe Person bist wie mit fünfzehn. Er würde fragen, was von damals in dir weiterwirkt, etwa Überzeugungen, Absichten, Charakterzüge und Erinnerungen, die über die Jahre Stück für Stück aneinander anschließen. Dass dir manche Gedanken fremd vorkommen, hieße dann, dass einzelne Verbindungen fehlen, während andere und die Ketten dazwischen bestehen bleiben.[8]
Eine heutige Übertragung, nicht das Beispiel der Person selbst.
Was diese Antwort gut erklärt
Die Position löst das Problem der Spaltung: Der seelische Zusammenhang bleibt wichtig, ohne dass du behaupten musst, du seist zwei Personen zugleich. Sie passt auch dazu, dass die meisten beide Gehirnhälften lieber erhalten würden, selbst wenn sie in verschiedene Köpfe kämen.[1][6]
Genauer betrachtet: Verbundenheit, Kontinuität und Reduktionismus
Psychologisch verbunden mit einem früheren Wesen bist du, wenn dein heutiges Seelenleben zu einem großen Teil deshalb so ist, wie es ist, weil das frühere so war. Kontinuität heißt, dass solche Verbindungen in überlappenden Ketten über die Zeit reichen. Beides zusammen nennt Parfit die „Relation R“ und hält sie für das, was beim Fortleben zählt. Er ist außerdem Reduktionist: Das Dasein einer Person besteht für ihn in nichts über Gehirn, Körper und zusammenhängende seelische und körperliche Ereignisse hinaus. Darin folgt er David Hume: Es gibt für ihn kein eigenes Ich, das die Erlebnisse über die Zeit zusammenhält.[1][6][5][8]
Häufiges Missverständnis
Parfit sagt nicht, dass dir egal sein darf, was aus dir wird. Nach ihm hast du Grund zu wünschen, dass es später jemanden gibt, der seelisch mit dir zusammenhängt, auch wenn dieser Jemand nicht du selbst wäre. Das Tagebuchbeispiel kommt an eine Grenze, denn sein Argument lebt von Spaltungsfällen, während dein Tagebuch einen gewöhnlichen Wandel zeigt.[1][6]
Wo diese Antwort an ihre Grenze kommt
Ein Einwand, der in der Forschung diskutiert wird
Man kann bestreiten, dass Identität praktisch unwichtig ist. Nur ich selbst bin für meine Taten verantwortlich, und dass jemand ich ist, gibt mir einen eigenen Grund, mich um ihn zu sorgen, den kein bloßer Zusammenhang liefert.[1]
Eine mögliche Antwort darauf: Parfit hält dagegen, dass Identität selbst keine praktische Bedeutung hat. Auch jemand, der nicht du bist, aber seelisch mit dir zusammenhängt, kann dir Grund zur Sorge geben, und ein anderer als du kann für deine Taten verantwortlich sein.
Einwand von Animalismus
Wer meint, dass wir im Kern Lebewesen sind (Animalismus), hält die Ausgangsannahme für falsch, dass wir durch seelischen Zusammenhang fortbestehen. Als Hinweis führt er an, dass wir einmal ein Fötus waren, zu dem kein seelischer Zusammenhang besteht.[1]
In der Forschung umstritten: Zählt für das Fortleben die Identität selbst, oder genügt der seelische Zusammenhang?
Noch nicht sicher belegt
- Parfits Originaltexte (Reasons and Persons, 1984) wurden nicht selbst gelesen, nur Darstellungen.
- Ob Verbundenheit nach Parfit eine Frage des Mehr oder Weniger ist, wird in den abgerufenen Quellen nur angedeutet („in großem Teil“, „starke Verbundenheit“); die Station behauptet keine Grade.
- Die Gegenposition im ersten Einwand vertreten nach der Stanford Encyclopedia unter anderem Sosa und Merricks; ihre Texte wurden nicht gelesen, darum steht der Einwand ohne Zuschreibung.
- Die Stanford Encyclopedia schildert das Spaltungsargument allgemein für Theorien seelischer Kontinuität; die Zuschreibung der Teilschritte an Parfit stützt sich auf die Internet Encyclopedia (Abschnitt 4).
- Dass auch ein anderer als du für deine Taten verantwortlich sein kann, gibt die Stanford Encyclopedia als Folgerung der Gegenseite wieder, zu der sie Parfit zählt; bei Parfit selbst nicht nachgelesen.
- Parfit steht nach der Stanford Encyclopedia in der Linie Lockes (er nennt seine Sicht selbst eine Lockesche); in der Frage nach dem Ich folgt er nach Wikipedia David Hume.
Woher wir das wissen · Satz für Satz gegen die Quellen geprüft (2026-10-21)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 5. Fission (stützt: Einfach gesagt, Begründung, Stärke, Missverständnis, Einwand 1)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 4. Psychological-Continuity Views (stützt: Einfach gesagt, Genauer betrachtet)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 1. The Problems of Personal Identity (What matters in survival) (stützt: Einwand 1, Einwand 1)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 7. Animalism and Brute-Physical Views (stützt: Einwand 2)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 3. Accounts of Our Persistence (stützt: Einwand 2)
- Internet Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity, 4. Parfit and the Unimportance of Personal Identity (stützt: Einfach gesagt, Begründung, Genauer betrachtet, Stärke, Missverständnis)
- Derek Parfit – Wikipedia, Personal identity (stützt: Einfach gesagt, Genauer betrachtet)
- Derek Parfit, Wikipedia, Werk (stützt: Einfach gesagt, Begründung, Beispiel, Genauer betrachtet)
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, Locke on Personal Identity, 4. Locke’s Lasting Impact on the Personal Identity Debate (stützt: Einfach gesagt)
Was historisch zusammenhängt
Hier geht es um tatsächliche Bezüge: wer wen gelesen, gekannt oder kritisiert hat.
Thomas Reid hat Lockes Lehre von der Person ausdrücklich kritisiert, und seine eigene Auffassung entstand im Gegensatz zu ihr. Sein Beispiel vom tapferen Offizier ist die bekannteste Fassung des Einwands, Lockes Lehre führe zu einem Widerspruch. belegt
Parfit zählt seine Sicht selbst zu den Nachfolgern Lockes: Nach der Stanford Encyclopedia verteidigte er noch 2016 eine Ansicht, die er als „Lockesche“ bezeichnet. Wie Locke versteht er das Fortbestehen der Person als Zusammenhang des seelischen Lebens. belegt
Verbindungen an dieser Station
Thomas Reid kritisiert John Locke. belegt
Warum diese Verbindung?
Reids Offizier zeigt, dass Lockes Erinnerungsgedanke mit der Regel in Konflikt gerät, nach der sich Identität über Zwischenglieder fortsetzt (Transitivität).
Der konkrete Gedanke: Reid wirft Locke vor, Bewusstsein, Erinnerung und Identität der Person zu vermengen. Sein Beispiel vom tapferen Offizier soll zeigen, dass Lockes Regel die Transitivität der Identität verletzt, und mit Joseph Butler hält er Lockes Begründung für zirkulär. Locke bestimmt die Identität der Person durch das Bewusstsein. Reid hält dagegen, dass wir unsere fortdauernde Identität unmittelbar kennen und das Selbst ein unteilbares, dauerhaftes Ding ist.
Reid wendet sich gegen Lockes Theorie der Ideen und seine Sicht der Personenidentität.
Art der Verbindung: Kritik. Kritik an einer bestimmten These. Ein persönlicher Streit ist damit nicht gemeint.
Derek Parfit baut auf John Locke auf. belegt
Warum diese Verbindung?
Parfit nimmt Lockes Gedanken des seelischen Zusammenhangs auf und fragt, ob dabei Identität oder Zusammenhang das Wichtige ist.
Der konkrete Gedanke: Parfit übernimmt von Locke den Gedanken, dass es auf den Zusammenhang des seelischen Lebens ankommt. Parfit hält Identität für weniger wichtig als den Zusammenhang selbst; Locke sieht im Bewusstsein, was die Identität der Person ausmacht.
Parfit zählt seine Sicht zu den Nachfolgern Lockes: Nach der Stanford Encyclopedia verteidigte er selbst noch 2016 eine „Lockesche“ Ansicht, weil auch er die Identität der Person im Zusammenhang des seelischen Lebens sieht.
Art der Verbindung: Baut auf. Übernimmt oder entwickelt einen Gedanken weiter, meist über Texte.
Weiterdenken
Parfit hält die Frage nach der Identität für weniger wichtig, weil es nach ihm kein eigenes Ich gibt, das den Zusammenhang trägt, und er beruft sich dabei auf David Hume. Damit verschiebt sich die Frage: Statt zu fragen, wann ein Ich dasselbe bleibt, kannst du fragen, ob es überhaupt etwas Festes gibt, das bleiben könnte.
Nächste Frage: Gibt es überhaupt ein festes Ich?Ein Vergleich von Antworten auf dieselbe Frage. Die Reihenfolge folgt dem Gedankengang, nicht der Geschichte, und eine spätere Antwort ist nicht automatisch die bessere. Prüfstand dieser Station: Satz für Satz gegen die Quellen geprüft (2026-10-21).
Quellen dieser Station
- [1]Stanford Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity · Stanford Encyclopedia of Philosophy, abgerufen 2026-10-21
- [2]John Locke (SEP) – https://plato.stanford.edu/entries/locke/ ; John Locke (IEP) · Internet Encyclopedia of Philosophy
- [3]SEP, Thomas Reid · Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [4]Stanford Encyclopedia of Philosophy, Locke on Personal Identity · Stanford Encyclopedia of Philosophy, abgerufen 2026-10-21
- [5]Derek Parfit – Wikipedia · Wikipedia
- [6]Internet Encyclopedia of Philosophy, Personal Identity · Internet Encyclopedia of Philosophy, abgerufen 2026-10-21
- [7]John Locke (Wikipedia, Abschnitt Slavery) · Wikipedia
- [8]Derek Parfit, Wikipedia · Wikipedia, abgerufen 2026-10-21