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Landkarte der Philosophie

Yi I

Philosoph, Beamter und Reformer · 1536–1584 · Gangneung (Provinz Gangwon), Seoul (damals Hanseong)

Kernidee in Kürze

Yi I, genannt Yulgok, gilt neben Yi Hwang als der zweite große Neokonfuzianer Koreas. Er fragte wie Yi Hwang, wie die gute Natur des Menschen mit schlechten Gefühlen zusammenpasst, kam aber zu einer anderen Antwort: Prinzip (i) und Lebenskraft (gi) sind weder zwei getrennte Dinge noch ein einziges.

Kapitel
Asien (Überblick) (redaktionell)
Lebensdaten
belegt gilt für Name, Lebenszeit und Orte

Vertiefung

Zum Einstieg

Wenn die menschliche Natur gut ist, wie passen dann schlechte Gefühle dazu, und wie wirkt das Prinzip in der Welt?

Position
Das Prinzip wirkt nur in der Lebenskraft, und die Vier Anfänge sind der gute Teil der Sieben Gefühle.
Einwand
Yi Hwang und seine Anhänger hielten dagegen, dass die Vier Anfänge und die Sieben Gefühle verschiedene Ursprünge haben. Spätere Denker wie Nongmun widersprachen auch Yi Is Formeln.
Verbindung
Yi I stützt sich auf Zhu Xi und stellt Yi Hwangs Auslegung in Frage. Er widersprach auch Seo Gyeong-deok in einem Punkt.

Redaktionell zusammengefasst. Wie Personenseiten entstehen

Wer Yulgok war

Koreanischer Neokonfuzianer, Beamter und Reformer der Joseon-Zeit, der die Lebenskraft (gi) als Ort betonte, in dem das Prinzip (i) wirkt.

Yi I lebte in der Joseon-Zeit und diente als Beamter. Nach dem Besuch bei Yi Hwang 1558 schrieb er ihm Briefe. Sein Briefwechsel mit Seong Hon über die Vier-Sieben-Frage begann 1572, zwei Jahre nach Yi Hwangs Tod. Als Beamter schrieb er Denkschriften zur Reform.

Kernidee genauer

Das Prinzip braucht einen Ort, an dem es wirken kann, und dieser Ort ist die Lebenskraft. Für den Weg zum Weisen setzte er auf Aufrichtigkeit (seong). Als Beamter und Reformer machte er Vorschläge zur Verbesserung von Verwaltung, Wirtschaft und Bildung.

Biografischer Moment

Lebensereignis Belegtes Ereignis aus dem Leben. Ob es das Denken geprägt hat, behauptet die Angabe nicht.

Nach dem Tod seiner Mutter 1551 zog sich Yi I nach einer Darstellung in die Berge zurück und wandte sich mit 20 Jahren dem Neokonfuzianismus zu.[5]

Fundstelle: Abschnitt Biography

Bekannt für

Ein Alltagsbeispiel: Wenn Du eine gute Idee erst dann für wirksam hältst, wenn sie in Menschen, Regeln und Abläufen einen Platz gefunden hat, denkst Du so wie Yulgok, der das Prinzip an die Lebenskraft band.

Theorien mit Alltagsbeispiel

Prinzip und Lebenskraft gehören zusammen

Nach Yi I ist das Prinzip der Herr der Lebenskraft, und die Lebenskraft ist das, worauf das Prinzip aufsitzt. Das Prinzip allein hat für ihn keine eigene Wirkkraft, es wirkt erst, indem es der Lebenskraft folgt.

Gibal isung und itong giguk

Yi I fasste seine Sicht in zwei Formeln: Die Lebenskraft tritt hervor und das Prinzip fährt mit (gibal isung). Das Prinzip durchdringt alles, die Lebenskraft gibt den einzelnen Dingen ihre Form und Grenze (itong giguk).

Die Vier-Sieben-Frage

Nach einer Deutung schützt diese Sicht die Güte der menschlichen Natur. Er wandte sich gegen die Zweiteilung, die Yi Hwangs Modell enthält.

Praktisches Lernen und Reform

Yi I verband Lehre und Politik. Für den König schrieb er Denkschriften wie die Fragen und Antworten am Östlichen See (1569) mit elf Artikeln zur politischen Reform. Sein bekanntestes philosophisches Werk, das Wesentliche des Lernens zum Weisen (1575), enthält Grundlagen der Metaphysik, Ethik, Selbstbildung und Staatskunst.

Begriffe

i (Prinzip
chinesisch li)
gi (Lebenskraft
chinesisch qi)
gibal isung (gi tritt hervor
i fährt mit)
itong giguk (i durchdringt alles
gi formt einzelne Dinge)
seong (Aufrichtigkeit)
Lernen zum Weisen

Lehrer, Schüler und weitere Verbindungen

5 Verbindungen im Netz (Prüfstand: 4 belegt, 1 ungeprüft). Jede hat ihre eigene Begründung und ihren eigenen Prüfstand.

Was der Prüfstand bedeutet

Persönlich verbunden

Begegnung, Freundschaft, Briefwechsel oder Zusammenarbeit.

  • Yi HwangPrüfstand: belegt

    Der junge Yi I besuchte Yi Hwang 1558 und blieb drei Tage; danach schrieben sich beide Briefe bis zu Yi Hwangs Tod 1570.

Kritisiert

Yulgok kritisiert eine bestimmte These. Gemeint ist die Sache. Ob daraus auch ein persönlicher Bruch wurde, steht jeweils in der Erklärung.

  • Seo Gyeong-deokPrüfstand: belegt

    Yi I lobte Hwadams Eigenständigkeit, widersprach ihm aber in einem Brief an Seong Hon in der Frage, ob die ursprüngliche Kraft in allen Dingen vorhanden ist.

  • Yi HwangPrüfstand: belegt

    In seinen Briefen an Seong Hon, der Yi Hwangs Linie vertrat, kritisierte Yi I mittelbar Yi Hwangs Zweiteilung, nach der die Vier Anfänge vom Prinzip und die Sieben Gefühle von der Lebenskraft ausgehen, und bestand darauf, dass das Prinzip nur in der Lebenskraft wirkt.

Übernimmt Gedanken von

Yulgok übernimmt oder entwickelt einen Gedanken weiter, meist über Texte.

  • Zhu XiPrüfstand: belegt

    Yi I stellte Yi Hwangs Auslegung von Zhu Xi aus Zhu Xis eigenem Denken heraus in Frage und gründete seine Lehre von Prinzip und Lebenskraft auf die Cheng-Zhu-Schule.

Grundlage für

Übernimmt oder entwickelt einen Gedanken von Yulgok weiter, meist über Texte.

  • Jeong Yak-yongPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Eine Fachstudie hält einen Einfluss von Yi Is Reformdenken auf Jeong Yak-yong für wahrscheinlich; ein zweiter Beleg fehlt bisher.

Kontext

Was das Denken geprägt oder verzerrt haben könnte: Geld, Abhängigkeit, Biografie.

  • Biografie belegt

    Yi I wurde 1536 in Gangneung geboren. Der frühe Tod seiner Mutter 1551 traf ihn schwer. Über die folgenden Jahre gibt es zwei Berichte: Nach dem einen trauerte er drei Jahre in einer Hütte am Grab der Mutter, nach dem anderen zog er sich für drei Jahre in die Diamantberge (Geumgangsan) zurück und studierte den Buddhismus. Nach diesem zweiten Bericht verließ er die Berge mit 20 Jahren und wandte sich dem Neokonfuzianismus zu.[6]

  • Biografie belegt

    Im Frühjahr 1558 besuchte Yi I den Gelehrten Yi Hwang in Yean bei Andong und blieb drei Tage. Danach schrieb er ihm bis zu dessen Tod Briefe.[5]

  • Zeitgeschehen belegt

    Als einige Jahre nach Yi Hwangs Tod 1572 Seong Hon in einem Brief Yi Hwangs Sicht verteidigte, begann eine neue Runde der Vier-Sieben-Debatte, diesmal mit Yi I.[2]

Kritik

Seong Hon hielt an Yi Hwangs Linie fest, und die Debatte lief über Jahrhunderte weiter. Ein Fachartikel meint, Yi I habe die innere, geistliche Seite von Yi Hwangs Lehre nicht ganz erfasst. Beide beriefen sich auf Zhu Xi und deuteten ihn verschieden.

Wirkung heute

Yi I steht auf dem koreanischen 5000-Won-Schein. Die Fachliteratur nennt ihn und Yi Hwang zusammen die beiden größten Denker der Joseon-Zeit. Eine Fachstudie hält es für wahrscheinlich, dass sein Reformdenken den späteren Gelehrten Jeong Yak-yong beeinflusste.

Brücke zu Führung und Coaching

Übertragen auf heute: Mit Yulgok kannst Du fragen, ob ein guter Grundsatz im Alltag einen Ort hat, an dem er wirken kann. Ein Alltagsbeispiel: Du hast Werte für Dein Team aufgeschrieben und prüfst, in welchen Meetings, Regeln und Entscheidungen sie tatsächlich vorkommen. Das ist eine Übertragung und keine Aussage von Yi I über Führung.

Lebensstationen

  1. 1536Geburt in Gangneung (Provinz Gangwon)
  2. 1551Tod der Mutter
  3. 1558Besuch bei Yi Hwang; Beginn des Briefwechsels
  4. 1572Beginn der Vier-Sieben-Debatte mit Seong Hon
  5. 1575Seonghak jipyo (Das Wesentliche des Lernens zum Weisen)
  6. 1584Tod

Werke

Seonghak jipyo (Das Wesentliche des Lernens zum Weisen, 1575); Dongho mundap (Fragen und Antworten am Östlichen See); Gyeongyeon ilgi (Tägliche Aufzeichnungen der Vorträge vor dem Thron); Gyeokmong yogyeol (Wichtiges zum Vertreiben der Unwissenheit); Yulgok jeonseo (Gesammelte Werke)

Lesetipps

Einstieg
Stanford Encyclopedia of Philosophy, „Korean Confucianism“, Abschnitt 4
Vertiefung
Edward Y. J. Chung, The Korean Neo-Confucianism of Yi T’oegye and Yi Yulgok (State University of New York Press, 1995)

Noch nicht sicher belegt

  • Über Yi Is Jugend gibt es zwei Berichte: Einer nennt drei Jahre Buddhismusstudium in den Diamantbergen, ein anderer drei Jahre Trauer in einer Hütte am Grab der Mutter. Dass Baek In-geol sein Lehrer war, ist nur in einer Quelle belegt. Die Entstehungsjahre mehrerer Schriften sind nicht belegt. Ob Hwadam Yi I unmittelbar beeinflusste, bleibt offen.

Herkunft der Daten: Pflichtliste Welle 7: Japan klassisch und Korea. Prüfstand der Lebensdaten: belegt. Wie wir prüfen

Quellen zu Yulgok

  1. [1]Korean Confucianism, Abschnitt 3.2 · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. [2]Korean Philosophy, Abschnitt 3.2 · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  3. [3]rep.routledge.com/articles/biographical/yi-yulgok-1536-84/v-1 · Webseite
  4. [4]Yi Yulgok · Britannica
  5. [5]Hyoungchan Kim, Korean Confucianism (Rowman & Littlefield, 2018), Kapitel 1; Wikipedia, Yi I
  6. [6]Korean Confucianism, Understanding Korea Series Nr. 3 (Akademie für Koreastudien), Abschnitt 4 · Webseite
  7. [7]Acta Koreana, Aufsatz über Yulgok, Hwadam und Saam · Webseite

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