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Landkarte der Philosophie · Wer bin ich eigentlich?

Richtung 2 von 2 an der Kreuzung

Woran hältst du fest, wenn du sagst: So bin ich?

Buddhistische Tradition (Lehre vom Nicht-Selbst)

Was du auf diesem Weg gewinnst

Du siehst, wie die Frage nach dem Ich mit der Frage verbunden sein kann, wie du weniger leidest.

Wie diese Richtung zu den anderen steht

Redaktionell: Perspektivwechsel

Die buddhistische Lehre stellt die Frage nach dem Ich auf einer anderen Ebene als Hume, nämlich als Teil eines Wegs, der das Leiden beenden will. Ein Einfluss zwischen ihr und Hume ist nicht belegt.

Das Kernargument

Nach der überlieferten Lehre besteht ein Mensch aus fünf Arten von Bestandteilen: Körper, Empfindungen, Wahrnehmungen, Willensregungen und Bewusstsein. Ein Ich müsste bleibend sein, und zwar über mehrere Leben, weil die Lehre mit Wiedergeburt rechnet, doch keiner dieser Bestandteile bleibt so lange; außerdem könntest du dir bei jedem wünschen, er wäre anders, was bei einem Ich nicht möglich sein soll. Beide Gedanken setzen voraus, dass ein Mensch aus nichts weiter als diesen Bestandteilen besteht. Das Gefühl eines festen „Ich“ und „Mein“ gilt der Lehre als Unwissenheit und Wurzel von Leiden, und ob der Buddha selbst jedes Selbst verneint hat, ist umstritten. Dargestellt ist die Lehre so, wie die Hauptlinie der buddhistischen Philosophie sie verstand; einzelne Schulen wie die Personalisten (Pudgalavādins) hielten die Person für letztlich wirklich, wurden darin aber von den meisten buddhistischen Philosophen abgelehnt.

Am Fall

Die Lehre gehört zu einem Zusammenhang mit Wiedergeburt, Karma und dem Ziel, das Leiden zu beenden, den das Tagebuch mit seinem einen Leben ausblendet; die Übertragung ist unsere. Du sagst „ich damals“ und „ich heute“, weil es praktisch ist, so wie du „Wagen“ sagst, obwohl es nur Räder, Achse und Deichsel in einer bestimmten Anordnung gibt. Sind dir deine alten Gedanken peinlich, weil sie nicht zu einem festen „So bin ich“ passen, zeigt sich darin nach unserer Übertragung das Festhalten an einem „Ich“, in dem die Lehre die Wurzel von Leiden sieht.

Ein ernsthafter Einwand

Die Sāṃkhya-Schule hält dagegen, dass du alle Bestandteile deiner Person lenken kannst und es deshalb ein Selbst geben muss, das über sie hinausgeht. Ein zweiter Einwand fragt, wie ohne bleibendes Selbst dasselbe Wesen im nächsten Leben die Folgen seiner Taten tragen soll, und die Tradition antwortet, es sei dort weder derselbe noch ein anderer.

Quellen dieser Richtung

Wie es weitergeht

Vertiefen in Station 3: Gibt es überhaupt ein festes Ich?

Redaktionelle Kreuzung: Hume und die buddhistische Lehre werden hier verglichen. Ein Einfluss zwischen ihnen ist nicht belegt, und es ist keine historische Abstammungslinie.