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Landkarte der Philosophie · Wie frei bin ich?

Richtung 3 von 3 an der Kreuzung

Verstehst du, woher die Sorge kommt, die dich zum Ja gebracht hat?

Baruch de Spinoza

Was du auf diesem Weg gewinnst

Du siehst, wie Freiheit gedacht werden kann, wenn auch dein Wollen Ursachen hat: als wachsendes Verstehen dieser Ursachen.

Wie diese Richtung zu den anderen steht

Redaktionell: Perspektivwechsel

Spinoza fragt, woher dein Wollen ursächlich kommt, und hält auch das Wollen für durch Ursachen festgelegt. Kant fragt auf einer anderen Ebene: Ob unser Wille frei ist, lässt sich nach ihm theoretisch gar nicht erkennen, beim Überlegen handelt aber jeder unter der Idee der Freiheit, nach Kant auch, wer an durchgehende Verursachung glaubt. Mit Frankfurt teilt Spinoza, dass Freiheit nicht verlangt, anders handeln zu können. Die Gegenüberstellung ist redaktionell.

Das Kernargument

Spinoza sieht den Menschen als Teil der Natur, in der alles durch Ursachen festgelegt ist, auch das Wollen. Menschen halten sich nach ihm für frei, weil sie ihr Handeln bemerken, seine Ursachen aber nicht kennen. Gefühle, deren Ursache zumindest teilweise außerhalb deiner eigenen Natur liegt, nennt er Leidenschaften, und je klarer du sie samt ihren Ursachen begreifst, desto mehr handelst du aus deiner eigenen Natur. Ganz gelingt das nie, denn die Leidenschaften lassen sich nach ihm nur abschwächen.

Am Fall

Spinoza spricht allgemein von äußeren Ursachen und nicht von Gefälligkeiten, die Übertragung ist eine Veranschaulichung. Nach seinen Begriffen wäre die Sorge, jemanden zu enttäuschen, eine Leidenschaft, weil ihre Ursache zum Teil außerhalb von dir liegt, in den Reaktionen der anderen. Verstehst du, wie diese Sorge bei dir entsteht, wirst du sie nicht los, aber sie lenkt dich weniger blind.

Ein ernsthafter Einwand

Mit diesem Freiheitsbegriff verliert das Wort seinen gewöhnlichen Sinn, denn nach Spinoza hättest du nie anders wollen können, obwohl du dich als jemand erlebst, der wählt. Außerdem ändert Wissen oft wenig, wenn die Gefühle stärker sind, und Spinoza gibt zu, dass die Vernunft dazu oft nicht genug Kraft hat.

Quellen dieser Richtung

Wie es weitergeht

Vertiefen in Station 3: Habe ich selbst entschieden, was mir wichtig ist?

Redaktionelle Kreuzung: keine historische Abstammungslinie.