Landkarte der Philosophie · Wie frei bin ich?
Vergleichspunkt der Kreuzung
Dasselbe Ja, verschiedene Maßstäbe?
Die drei Richtungen beantworten verschiedene Fragen: Frankfurt fragt, ob du dich mit dem Wunsch identifizierst, der dich bewegt, Kant, ob dein Wille einem Gesetz der Vernunft folgt, und Spinoza, ob du die Ursachen deines Antriebs verstehst. Trotzdem können alle drei zu dem Ergebnis kommen, dass dein Ja nicht ganz selbstbestimmt war, aber aus verschiedenen Gründen: mit Frankfurt, weil dich ein Wunsch gelenkt hat, den du nicht als deinen anerkennst, mit Kant, weil eine Neigung und kein Grund der Vernunft entschieden hat, und mit Spinoza, weil dich eine Sorge bewegt hat, deren Ursachen du nicht durchschaust. Auseinander gehen sie, wenn du zu deiner Rücksicht stehst: Für Frankfurt genügt das, Kant fragt weiter nach dem Grund, und Spinoza fragt, ob du den Antrieb verstehst. Nach dem Begriff von Hobbes aus der ersten Station war das Ja ohnehin frei, weil dich nichts von außen gehindert hat. Unter anderen Annahmen über den Fall können alle auch anders urteilen.
Selbst weiterdenken
Was verändert das an deiner ersten Einschätzung?
Freiwillig. Du musst nichts eingeben und kannst direkt weiterlesen.
Alle Richtungen
Jede Richtung bleibt offen, auch wenn du schon eine gelesen hast. Redaktionelle Kreuzung: keine historische Abstammungslinie.
- Richtung 1
Willst du, dass dieser Wunsch dich lenkt?
Harry G. FrankfurtDu gewinnst einen Maßstab, mit dem du innere Zwänge erkennst, ohne klären zu müssen, ob du anders hättest handeln können.Redaktionell: Perspektivwechsel - Richtung 2
Hast du aus Neigung zugesagt oder aus einem Grund, der für jeden gelten könnte?
Immanuel KantDu lernst zu unterscheiden, ob dich bestimmt, wonach dir gerade ist, oder ein Grund, den du als vernünftiges Wesen vertreten kannst.Redaktionell: Perspektivwechsel - Richtung 3
Verstehst du, woher die Sorge kommt, die dich zum Ja gebracht hat?
Baruch de SpinozaDu siehst, wie Freiheit gedacht werden kann, wenn auch dein Wollen Ursachen hat: als wachsendes Verstehen dieser Ursachen.Redaktionell: Perspektivwechsel