Zum Inhalt springen

Landkarte der Philosophie · Was ist gerecht?

Richtung 1 von 3 an der Kreuzung

Welche Regel wäre fair, wenn du nicht wüsstest, wer von den dreien du bist?

John Rawls

Was du auf diesem Weg gewinnst

Du gewinnst einen Prüfstein für Regeln, mit dem du erkennst, ob jemand sie auf den eigenen Vorteil zugeschnitten hat.

Wie diese Richtung zu den anderen steht

Redaktionell: Perspektivwechsel

Rawls fragt nach fairen Regeln für die Einrichtungen einer Gesellschaft, Nozick nach rechtmäßigen Ansprüchen auf einzelnen Besitz; nach der Stanford Encyclopedia gehen beide von derselben Kritik am Nutzendenken aus und ziehen daraus verschiedene Folgen.

Das Kernargument

Kennen Menschen ihre Lage, können Mächtigere und Wohlhabendere Regeln zu ihren Gunsten durchsetzen. Rawls denkt deshalb eine Lage, in der niemand weiß, ob er reich oder arm, begabt oder weniger begabt ist, und hält die dort gewählten Grundsätze für gerecht. Gewählt würden nach ihm gleiche Grundfreiheiten mit Vorrang, faire Chancengleichheit und Ungleichheiten nur, wenn sie den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichen Vorteil bringen. Gegen die Nutzenrechnung setzt er, dass Menschen getrennte Personen sind und der Schutz des Einzelnen nicht gegen den Gewinn anderer verrechnet werden darf.

Am Fall

Rawls' Grundsätze gelten der Grundordnung einer Gesellschaft und nicht einem Teambonus, was folgt, ist deshalb nur eine Veranschaulichung. Legt das Team die Regel für künftige Projekte fest, ohne zu wissen, wer welche Rolle hat, reicht es nicht, dass der Vater und die Kranke etwas mehr bekommen als bei gleichen Anteilen. Gesucht ist die Regel, unter der sie am besten dastehen.

Ein ernsthafter Einwand

Robert Nozick hält dagegen, dass es auf die Geschichte eines Besitzes ankommt, und sieht in Rawls' Verfahren schon eine Vorentscheidung gegen Ansprüche, die aus dieser Geschichte folgen. John Harsanyi meint, vernünftige Wähler ohne Wissen über ihre Lage würden den durchschnittlichen Nutzen möglichst groß machen.

Quellen dieser Richtung

Wie es weitergeht

Vertiefen in Station 3: Was würdest du wählen, wenn du nicht wüsstest, wer du bist?

Redaktionelle Kreuzung: keine historische Abstammungslinie.