Landkarte der Philosophie · Strömung

Kant und Deutscher Idealismus

1781 bis 1850 · neuzeitbelegt

Wie prägt unser Geist, was wir erkennen, und was bedeutet Freiheit?

Kant zeigte, dass unser Verstand die Erfahrung mitformt, und fasste seine Philosophie in vier Fragen. Fichte, Schelling und Hegel führten dies zu Systemen von Freiheit, Geist und Geschichte weiter. Die Frage nach Autonomie ist seitdem zentral.

Zeit und Umfeld

Französische Revolution 1789, napoleonische Kriege und das Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 erschütterten die europäische Ordnung.

Warum das heute zählt

Autonomie als Selbstgesetzgebung und die Frage, wann Regeln wirklich verbinden, begegnen uns in jeder Debatte um Werte und Verantwortung.

Kants Fragen (Deutung): Was kann ich wissen? · Was soll ich tun?

Personen (16)

Begriffe

Kritik der reinen Vernunft
: Kants Prüfung, was Vernunft leisten kann und was nicht
Kategorischer Imperativ
: handle nur nach Regeln, die du als allgemeines Gesetz wollen könntest
Autonomie
: sich selbst das Gesetz geben statt fremden Befehlen zu folgen
Ding an sich
: die Wirklichkeit unabhängig von unserer Wahrnehmung, die wir nicht erkennen
Dialektik
: das Gespräch in Frage und Antwort, das Behauptungen prüft
Weltgeist
: Hegels Idee eines Geistes, der sich in der Geschichte entfaltet

Verbindungen innerhalb der Strömung

38 Verbindungen, jede als Satz mit Begründung. „Im Vergleich“ heißt: ähnliche Gedanken, ohne dass sich die beiden beeinflusst haben müssen.

Nachbarn unter den Strömungen

Wege durchs Netz

Kurze Erzählungen über mehrere Personen.

Die Wende im Kopf

Wie Kant das Denken umdrehte und seine Leser sofort weiterbohrten.

  1. 1.HumeHume: Eine notwendige Verbindung von Ursache und Wirkung sehen wir nie, wir erwarten sie aus Gewohnheit.
  2. 2.KantKant: Nicht unser Erkennen richtet sich nach den Dingen, sondern die Dinge nach den Formen unseres Erkennens.
  3. 3.ReinholdReinhold: Kants Kritik ist richtig, aber ihr fehlt ein fester Anfang, und den sucht er im Bewusstsein.
  4. 4.MaimonMaimon: Kant setzt einfach voraus, dass Begriffe und sinnliche Anschauung zusammenpassen.
  5. 5.FichteFichte: Am Anfang steht die freie Tat des Ichs, die Welt begegnet ihm als Widerstand.

Vom Ich zum Geist

Wie aus Kants Kritik in einer Generation die großen Systeme wurden.

  1. 1.KantKant: Die Vernunft prüft sich selbst und gibt sich ihr Gesetz.
  2. 2.FichteFichte: Das Ich ist kein Ding, es setzt sich selbst tätig.
  3. 3.SchellingSchelling: Natur und Geist sind dieselbe Wirklichkeit auf zwei Weisen.
  4. 4.HölderlinHölderlin: Vor dem Ich-Denken liegt ein Sein, in dem noch nichts getrennt ist.
  5. 5.HegelHegel: Wahrheit ist eine Bewegung, in der sich Gegensätze gegenseitig vorantreiben.

Darf die Vernunft alles erklären?

Der Streit um Glauben, Sprache und Gefühl, der Kants Zeit spaltete.

  1. 1.MendelssohnMendelssohn: Die Vernunft kann Gott und die Unsterblichkeit der Seele begründen.
  2. 2.JacobiJacobi: Wer alles beweisen will, landet beim Fatalismus und am Ende beim Nihilismus.
  3. 3.HamannHamann: Es gibt keine reine Vernunft, die ohne Sprache, Erfahrung und Überlieferung auskommt.
  4. 4.HerderHerder: Denken geschieht in Sprache, und jede Kultur hat ihren eigenen Maßstab.
  5. 5.SchleiermacherSchleiermacher: Religion ist weder Wissen noch Moral, sondern Gefühl für das Unendliche im Endlichen.

Vom Himmel auf die Erde

Wie Hegels Erben die Philosophie zum Menschen und zur Gesellschaft zurückholten, bis zur Kritischen Theorie.

  1. 1.HegelHegel: Der Geist, also das Denken und Handeln der Menschen, entfaltet sich in der Geschichte.
  2. 2.KierkegaardKierkegaard: Kein System nimmt dem Einzelnen die Entscheidung über sein Leben ab.
  3. 3.FeuerbachFeuerbach: Gott ist ein Spiegelbild des Menschen und seiner besten Eigenschaften.
  4. 4.MarxMarx: Menschen stellen ihre Welt durch Arbeit selbst her, und ihre Ideen hängen an den wirtschaftlichen Verhältnissen.
  5. 5.HabermasHabermas: Vernunft liegt im Gespräch, in dem Menschen ihre Ansprüche gegenseitig prüfen.

Sich selbst das Gesetz geben

Warum die Idee der Autonomie bis in heutige Debatten über faire Regeln reicht.

  1. 1.RousseauRousseau: Eine gerechte Ordnung ist eine, in der jeder am Ende nur sich selbst gehorcht.
  2. 2.KantKant: Autonomie heißt, sich selbst das Gesetz zu geben, statt fremden Befehlen zu folgen.
  3. 3.RawlsRawls: Gerechte Regeln sind die, die wir wählen würden, ohne zu wissen, wer wir in der Gesellschaft sind.
  4. 4.KorsgaardKorsgaard: Wer handelt, gibt sich selbst Gesetze, und daraus wächst die Autorität der Moral.
  5. 5.HabermasHabermas: Gültig ist, was im Gespräch aller Betroffenen standhält.

Quellen

  1. [1]Stanford Encyclopedia of Philosophy, Kant · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. [2]Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Stanford Encyclopedia of Philosophy) · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  3. [3]Wikipedia (en): German idealism · Wikipedia
  4. [4]Wikipedia (en): French Revolution · Wikipedia

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