Landkarte der Philosophie · Strömung

Athen: Sokrates, Platon, Aristoteles

470 v. Chr. bis 322 v. Chr. · antikebelegt

Was ist ein gutes Leben, und wie finden wir die Wahrheit darüber?

In Athen wandte sich die Philosophie dem Menschen, der Gerechtigkeit und dem richtigen Handeln zu. Sokrates fragte, Platon baute daraus eine Lehre von den Ideen, Aristoteles ordnete das Wissen seiner Zeit in Fächer. Fast alle späteren Debatten stehen auf diesem Fundament.

Zeit und Umfeld

Nach den Perserkriegen wurde Athen zur Demokratie und kulturellen Hauptstadt Griechenlands, litt dann aber unter dem Peloponnesischen Krieg und verurteilte Sokrates 399 v. Chr. zum Tod.

Warum das heute zählt

Gute Fragen stellen, Begriffe klären und Tugenden wie Mut oder Maß ernst nehmen: Das bleibt das Handwerk jeder Führung und jedes Coachings.

Kants Fragen (Deutung): Was soll ich tun? · Was kann ich wissen?

Personen (16)

Begriffe

Dialektik
: das Gespräch in Frage und Antwort, das Behauptungen prüft
Ideenlehre
: die Annahme, dass hinter den Dingen unveränderliche Urbilder stehen
Tugend
: die gute Haltung, die jemanden zu einem guten Menschen macht
Mitte
: Aristoteles' Lehre, dass richtiges Handeln zwischen Übertreibung und Mangel liegt
Eudaimonia
: das gelingende Leben als Ziel menschlichen Handelns
Polis
: der Stadtstaat als Rahmen für gemeinsames Leben und Politik

Verbindungen innerhalb der Strömung

36 Verbindungen, jede als Satz mit Begründung. „Im Vergleich“ heißt: ähnliche Gedanken, ohne dass sich die beiden beeinflusst haben müssen.

Nachbarn unter den Strömungen

Wege durchs Netz

Kurze Erzählungen über mehrere Personen.

Was ist ein gutes Leben?

Fünf Antworten auf die Frage, mit der alles anfing.

  1. 1.SokratesSokrates: Ein ungeprüftes Leben ist nicht lebenswert. Er fragt und behauptet, selbst nichts zu wissen.
  2. 2.AristippAristipp: Ziel ist die Lust, und zwar im gegenwärtigen Augenblick.
  3. 3.AntisthenesAntisthenes: Glück hängt allein an der Tugend, wer so lebt, braucht wenig.
  4. 4.PlatonPlaton: Orientierung geben nur die unveränderlichen Ideen, etwa die Gerechtigkeit selbst.
  5. 5.AristotelesAristoteles: Tugend entsteht durch Übung, das Ziel ist ein gelingendes Leben.

Macht oder Gerechtigkeit?

Der Streit zwischen Philosophen und Sophisten, der bis in jede Vorstandssitzung reicht.

  1. 1.ProtagorasProtagoras: Der Mensch ist das Maß aller Dinge, und zu jeder Sache gibt es zwei Reden.
  2. 2.GorgiasGorgias: Sprache kann überzeugen und sogar lenken.
  3. 3.ThrasymachosThrasymachos: Gerechtigkeit ist der Vorteil des Stärkeren. So jedenfalls lässt Platon ihn sprechen.
  4. 4.PlatonPlaton: Die Politeia ist eine einzige lange Antwort auf diese These.
  5. 5.IsokratesIsokrates: Er setzt auf Bildung für kluges Urteilen und gutes Reden in der Stadt, statt auf sicheres Wissen.

Ideen oder Dinge?

Wo steckt das Wesentliche: hinter den Dingen oder in ihnen?

  1. 1.ParmenidesParmenides: Das wahrhaft Seiende ist unveränderlich und ungeworden.
  2. 2.PlatonPlaton: Hinter den wechselnden Dingen stehen unveränderliche Ideen.
  3. 3.AristotelesAristoteles: Für ein gutes Leben muss man nicht erst das Gute an sich erkennen.
  4. 4.Ibn RuschdIbn Ruschd: Aristoteles ist die beste Methode, und Philosophie und Religion zielen beide auf Wahrheit.
  5. 5.ThomasThomas von Aquin: Der Glaube braucht gute Philosophie, die Gnade vollendet die Natur.

Der Weg nach innen

Wie aus einer Seelenlehre ein Weg der Selbsterkenntnis wurde.

  1. 1.PythagorasPythagoras: Die Seele ist unsterblich und kann in andere Lebewesen wandern.
  2. 2.PlatonPlaton: Wirkliches Wissen richtet sich auf das Unveränderliche.
  3. 3.PlotinPlotin: Alles kommt aus dem Einen, und der Mensch soll sich im Denken wieder nach oben wenden.
  4. 4.HypatiaHypatia: Sie lehrt in Alexandria den Neuplatonismus Plotins.
  5. 5.AugustinusAugustinus: Gott ist die Wahrheit, die der Mensch im eigenen Inneren sucht.

Die Rückkehr der Tugend

Warum heute wieder über Charakter statt nur über Regeln gesprochen wird.

  1. 1.AristotelesAristoteles: Tugenden sind Haltungen, die man durch Übung erwirbt.
  2. 2.ThomasThomas von Aquin: Er übernimmt Aristoteles und verbindet ihn mit dem christlichen Glauben.
  3. 3.AnscombeAnscombe: Das moderne moralische Soll hat seinen Sinn verloren, also zurück zu Fragen nach Handlung und Tugend.
  4. 4.MurdochMurdoch: Moral entscheidet sich im täglichen Hinschauen auf andere Menschen.
  5. 5.MacIntyreMacIntyre: Ich weiß erst, was ich tun soll, wenn ich weiß, von welcher Geschichte ich ein Teil bin.

Quellen

  1. [1]Stanford Encyclopedia of Philosophy: plato · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. [2]Stanford Encyclopedia of Philosophy: aristotle · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  3. [3]Stanford Encyclopedia of Philosophy: Socrates · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  4. [4]Wikipedia (en): Ancient Greek philosophy · Wikipedia

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