Landkarte der Philosophie · Strömung
Mittelalter: christlich, islamisch, jüdisch
400 bis 1400 · mittelalterbelegt
Wie passen Glaube und Vernunft zusammen?
Denker dreier Religionen verbanden antikes Wissen, vor allem Aristoteles und Platon, mit ihrem Glauben. Arabische und jüdische Gelehrte bewahrten und erweiterten die griechischen Texte, die Scholastik an den Universitäten ordnete sie in Lehrgebäude. So entstand die Grundlage späterer Wissenschaft.
Zeit und Umfeld
Nach dem Ende des Weströmischen Reichs 476 prägten Kirche und Klöster Europa, während Bagdad im Abbasidenreich ein Zentrum des Übersetzens und Forschens wurde, bis die Mongolen die Stadt 1258 zerstörten.
Warum das heute zählt
Die Frage, wie sich Werte und Zahlen, Überzeugung und Beleg vertragen, begegnet uns heute bei Entscheidungen unter Unsicherheit ständig.
Kants Fragen (Deutung): Was darf ich hoffen? · Was kann ich wissen?
Personen (35)
- Pseudo-Dionysius AreopagitaSchriften zwischen 485 und 528Unbekannter christlicher Autor um 500, der unter dem Namen eines Paulus-Schülers den Neuplatonismus in die Kirche brachte, die Negative Theologie prägte und das Wort von der mystischen Theologie (der höchsten Stufe der Gotteserkenntnis, die sich nicht mehr in Worte fassen lässt) einführte.
- Augustinus von Hippo354–430 n. Chr.Kirchenvater (Ehrentitel für bedeutende Theologen der frühen Kirche), der Platons Denken in der Gestalt des Neuplatonismus ins Christentum holt.
- Hypatia von Alexandriaum 355–415 n. Chr.Neuplatonische Lehrerin in Alexandria, die laut Damascius über Platon und Aristoteles vortrug und 415 von einem christlichen Mob ermordet wurde.
- Anicius Manlius Severinus Boethiusum 475/477–526Römischer Staatsmann, der die Logik des Aristoteles ins Lateinische brachte und mit dem Trost der Philosophie eines der einflussreichsten und meistverbreiteten philosophischen Bücher des frühen Mittelalters schrieb.
- Abu Yusuf Yaqub ibn Ishaq al-Kindica. 800–ca. 870Der erste Philosoph, der sich selbst so verstand, in der arabischen Tradition: Er holt die griechische Philosophie nach Bagdad und macht sie für Muslime anschlussfähig.
- Johannes Scotus Eriugenaum 800–um 877Irischer Gelehrter am Hof des westfränkischen Königs Karl des Kahlen, der die Schriften des Pseudo-Dionysius (eines spätantiken Theologen, den man im Mittelalter für einen Schüler des Apostels Paulus hielt) ins Lateinische übersetzte und mit dem Periphyseon die erste große Gesamtschau von Gott, Welt und Rückkehr im lateinischen Westen schrieb.
- Abu Nasr Muhammad al-Farabica. 870–950Der „zweite Lehrer“ nach Aristoteles: Er ordnet die Wissenschaften, baut Logik und Politik der islamischen Welt auf und verbindet Platon, Aristoteles und Neuplatonismus (eine spätantike Strömung, die alles aus einem obersten Prinzip, dem „Einen“, hervorgehen lässt) zu einem System.
- Saadia Gaon882–942Er schreibt das erste systematische Werk der jüdischen Religionsphilosophie und zeigt, dass Offenbarung und Vernunft zusammenpassen.
- Ibn Sina (Avicenna)ca. 970–1037Der bedeutendste Philosoph und Arzt der islamischen Welt, der Aristoteles, Neuplatonismus und Religion zu einem geschlossenen System verbindet und im Westen als Avicenna wirkt.
- Michael Psellos1018–1078Hofberater, Geschichtsschreiber und „Philosophenkonsul“ (Ehrentitel für den führenden Philosophielehrer) in Konstantinopel (der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches), der Platon und die Neuplatoniker in Byzanz wieder in den Unterricht bringt und zur Brücke zwischen antiker Philosophie und christlicher Lehre macht.
- Anselm von Canterbury1033–1109Benediktiner und Erzbischof, der mit dem ontologischen Gottesbeweis und dem Satz vom Glauben, der Einsicht sucht, als Wegbereiter der scholastischen Methode gilt.
- Abu Hamid Muhammad al-Ghazali1055/56–1111Der große Kritiker der Falsafa (der arabischen Aristoteles-Philosophie), der zugleich ihre Logik in die islamische Theologie holt und der Mystik des Sufismus Heimat gibt.
- Jehuda Halevium 1075–1141Der große Dichter und Gegenspieler der Philosophen: Er verteidigt im Kuzari den Glauben aus Erfahrung, Geschichte und Überlieferung gegen die aristotelische Vernunftlehre.
- Peter Abaelard1079–1142Wanderlehrer und Logiker des 12. Jahrhunderts, der den Allgemeinbegriffen (Wörtern wie „Mensch“, die viele Einzelne zusammenfassen) mit Sprachanalyse zu Leibe rückt, die Absicht zum Maßstab der Moral macht und mit Ja und Nein die scholastische Methode des Abwägens begründet.
- Héloïseum 1098–1164Gelehrte Nonne und Äbtissin, die in ihren Briefen an Abaelard eine Ethik der Absicht und eine Philosophie der freien Liebe und Freundschaft entwirft und damit sein Denken mitprägt.
- Hildegard von Bingen1098–1179Benediktinerin und Äbtissin, die in drei Visionswerken, Naturkunde und Heilkunde die Welt als Zusammenspiel von Gott, Kosmos und Mensch deutet und dabei aus der platonischen Tradition schöpft.
- Ibn Ruschd (Averroes)1126–1198Richter, Arzt und Philosoph, der Aristoteles so ausführlich kommentierte, dass das lateinische Mittelalter ihn „den Kommentator“ nannte.
- Moses Maimonides1138–1204Der größte jüdische Philosoph des Mittelalters, der Aristoteles und die Tora (die fünf Bücher Mose, die Grundlage des jüdischen Gesetzes) zusammendenkt und mit seiner Lehre von Gottes Unbegreiflichkeit auch Thomas von Aquin prägt.
- Albertus Magnusum 1200–1280Dominikaner (Mitglied eines Bettelordens, dessen Brüder als Prediger in Armut lebten), Bischof und Lehrer des Thomas von Aquin, der Aristoteles für das lateinische Christentum erschloss und die Erforschung der Natur als eigene Wissenschaft etablierte.
- Roger Baconum 1220–um 1292Englischer Franziskaner (Mitglied des Ordens der Minderbrüder) und Pariser Artistenmagister, der Mathematik, Sprachen und die Erfahrung (scientia experimentalis) als Grundlage des Wissens fordert und dafür Schriften der griechischen, arabischen und lateinischen Welt zusammenführt.
- Bonaventuraum 1221–1274Franziskaner, Pariser Magister und Generalminister seines Ordens, der Augustinus' Lehre vom göttlichen Licht des Geistes mit aristotelischer Erkenntnislehre verbindet und die Gefahren des Aristotelismus benennt.
- Thomas von Aquinum 1225–1274Dominikaner, der Aristoteles zur Grundlage einer christlichen Philosophie und Theologie macht.
- Raimundus Lullusum 1232–1316Mallorquinischer Laie, Dichter und Missionar, der mit einer Kombinationsmethode (Ars) Wahrheit für Christen, Juden und Muslime beweisen will und zum Gegner des lateinischen Averroismus wird.
- Marguerite Poreteum 1258–1310Begine (eine Frau in einer religiösen Laiengemeinschaft ohne Ordensgelübde, die fromm lebte und Kranke und Arme pflegte oder lehrte) aus dem Hennegau und Autorin des „Spiegels der einfachen Seelen“, die 1310 in Paris als Ketzerin verbrannt wird und Eckharts Gedanken vom Loslassen früh in volkssprachlicher Prosa vorwegnimmt.
- Meister Eckhart1260–1328Dominikaner, Pariser Magister und Prediger auf Deutsch, der Aristoteles, Neuplatonismus und die arabisch-jüdische Philosophie zu einer Lehre vom Loslassen und von der Geburt Gottes in der Seele verbindet.
- Johannes Duns Scotusum 1264–1308Schottischer Franziskaner und Hochscholastiker, der „subtile Doktor“, der Gottes Wesen und unsere Begriffe davon neu denkt und den freien Willen als eigene Kraft stärkt.
- Marsilius von Paduaum 1275–1343Staatstheoretiker und Arzt aus Padua, der im Defensor pacis die päpstliche Allmacht bestreitet und die Gesetzgebung beim Volk verortet, und der als Berater Kaiser Ludwigs des Bayern mit Ockham im Münchner Exil zusammentrifft.
- Gersonides (Levi ben Gerson)1288–1344Der konsequenteste Rationalist unter den jüdischen Denkern des Mittelalters: Philosoph, Mathematiker und Astronom, der Aristoteles in Fragen von Schöpfung und Gottes Wissen strenger durchdenkt als Maimonides.
- Wilhelm von Ockhamum 1288–1347Englischer Franziskaner und Hauptvertreter des Nominalismus, der Allgemeinbegriffe nur als Gedanken im Kopf gelten lässt und im Streit mit dem Papst die Trennung von geistlicher und weltlicher Macht verteidigt.
- Gregorios Palamas1296–1359Der Sieger des Hesychasmusstreits (eines Streits im 14. Jahrhundert darüber, ob betende Mönche Gott wirklich erfahren können): Er verteidigt die Gebetspraxis der Mönche auf dem Berg Athos (einer Klosterhalbinsel in Nordgriechenland) mit der Lehre, dass Gottes Wesen unerkennbar bleibt, seine Energien aber erfahrbar sind.
- Johannes Buridanum 1300–nach 1358Pariser Magister der Künste und Rektor (gewählter Leiter der Universität), der Ockhams Logik zu einer weitverbreiteten Lehrmethode ausbaut und mit der Impetustheorie die aristotelische Bewegungslehre umbaut.
- Chasdai Crescasum 1340–1410/11Der schärfste jüdische Kritiker des Aristotelismus im Mittelalter: Er greift Maimonides' Beweise und die aristotelische Physik an und bereitet damit das neuzeitliche Denken vor.
- Georgios Gemistos Plethonca. 1360–1452Der späte byzantinische Platoniker, der Aristoteles zurückweist, Platons Gesetze in eine Staatslehre überträgt und in Florenz den Anstoß zur Platon-Begeisterung der Renaissance gibt.
- Christine de Pizan1364–um 1430Hofautorin am französischen Königshof, die Boethius und Thomas von Aquin in der Volkssprache verarbeitet und als erste Frau Europas von ihrer Schrift lebt und dabei die Gleichwertigkeit von Frauen philosophisch und theologisch verteidigt.
- Nikolaus von Kues1401–1464Kirchenjurist, Kardinal und neuplatonischer Philosoph an der Schwelle zur Neuzeit, der aus der Grenze menschlichen Wissens eine Methode macht und Gegensätze in einer höheren Einheit zusammenführt.
Begriffe
- Scholastik
- : die Lehr- und Streitmethode der mittelalterlichen Universitäten
- Universalienstreit
- : der Streit, ob allgemeine Begriffe wie Mensch real existieren oder nur Namen sind
- Gottesbeweis
- : der Versuch, Gottes Dasein mit Vernunft zu begründen
- Doppelte Wahrheit
- : die umstrittene Idee, dass Philosophie und Glaube getrennte Wahrheitsbereiche haben
- Übersetzungsbewegung
- : die Übertragung griechischer Texte ins Arabische und später ins Lateinische
Verbindungen innerhalb der Strömung
72 Verbindungen, jede als Satz mit Begründung. „Im Vergleich“ heißt: ähnliche Gedanken, ohne dass sich die beiden beeinflusst haben müssen.
Abu Nasr Muhammad al-Farabi baut auf Abu Yusuf Yaqub ibn Ishaq al-Kindi aufDeutung
Seine Einteilung des Intellekts in Arten wird bei Al-Farabi vertraut, auch wenn Al-Farabi ihn nie nennt (SEP).
Albertus Magnus baut auf Ibn Sina (Avicenna) aufDeutung
Seine Schriften beeinflussten laut Wikipedia de die christlichen Scholastiker Thomas von Aquin und Albertus Magnus.
Anselm von Canterbury baut auf Augustinus von Hippo aufDeutung
Die Formel von dem, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, ist laut deutscher Wikipedia bei Augustinus entlehnt, und laut SEP prägt die platonisch-augustinische Tradition seine Wertvorstellungen.
Bonaventura baut auf Augustinus von Hippo aufDeutung
Die Lehre von der göttlichen Erleuchtung war laut SEP schon bei Augustinus Teil der philosophischen Lehre, Bonaventura baut sie aus.
Chasdai Crescas baut auf Gersonides (Levi ben Gerson) aufDeutung
Crescas kritisierte Gersonides' Bibelkommentar, und zugleich wirkten Gersonides' Ideen durch Crescas weiter (Wikipedia; Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Chasdai Crescas baut auf Johannes Buridan aufDeutung
Wie Ockham nennt die Stanford Encyclopedia Buridan als Einfluss auf Crescas' Naturwissenschaft.
Chasdai Crescas baut auf Wilhelm von Ockham aufDeutung
Seine Naturlehre ist von der neuen christlichen Physik des 14. Jahrhunderts beeinflusst, genannt werden Ockham, Buridan und Oresme (Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Christine de Pizan baut auf Augustinus von Hippo aufDeutung
Im Buch der drei Tugenden verweist sie auf Augustinus, um zu zeigen, wie die Edelfrau Gottes Liebe erlangt (en.wikipedia).
Christine de Pizan baut auf Anicius Manlius Severinus Boethius aufDeutung
Die SEP nennt Boethius und Aquin als Bezugspunkte ihres philosophischen Schreibens.
Christine de Pizan baut auf Thomas von Aquin aufDeutung
Dieselbe SEP-Stelle (König-Pralong 2012) nennt Aquin als Bezugspunkt.
Gersonides (Levi ben Gerson) baut auf Ibn Ruschd (Averroes) aufDeutung
Gersonides kannte Aristoteles über Averroes' Kommentare, die ins Hebräische übersetzt waren, und schrieb selbst Kommentare zu diesen Kommentaren (Stanford Encyclopedia of Philosophy; Wikipedia).
Gersonides (Levi ben Gerson) baut auf Moses Maimonides aufDeutung
Die Kriege des Herrn sind nach dem Plan des Führers der Unschlüssigen gebaut und zugleich eine Kritik an Maimonides' Verbindung von Aristoteles und Tora (Wikipedia; Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Hildegard von Bingen baut auf Pseudo-Dionysius Areopagita aufDeutung
Die SEP nennt ihre Visionen als aus der platonischen Tradition geschöpft, die bis zu Pseudo-Dionysius zurückreicht.
Ibn Ruschd (Averroes) baut auf Abu Nasr Muhammad al-Farabi aufDeutung
Ibn Ruschd beruft sich auf Al-Farabis verlorenen Kommentar zur Nikomachischen Ethik (SEP).
Ibn Sina (Avicenna) baut auf Abu Nasr Muhammad al-Farabi aufDeutung
Ibn Sina folgt ihm und Abu Bishr Matta darin, die Zweiten Analytiken zum Kern der Philosophie zu machen, und knüpft bei der Bestimmung der Metaphysik an Al-Farabis Schrift über die Ziele der Metaphysik an (SEP Ibn Sina, SEP Ibn Sina's Metaphysics); nach Wikipedia de berief sich besonders Avicenna auf ihn.
Jehuda Halevi baut auf Abu Hamid Muhammad al-Ghazali aufDeutung
Halevi stützt sich bei seinen Zweifeln an der Lehre von den getrennten Intellekten auf Al-Ghazali (Stanford Encyclopedia of Philosophy; Wikipedia vergleicht beider Philosophiekritik).
Johannes Buridan baut auf Albertus Magnus aufDeutung
Buridans Lehre vom Aufschub der Wahl entwickelt laut SEP Alberts des Großen Gedanken, dass Gewissheit Grade hat.
Johannes Buridan baut auf Wilhelm von Ockham aufDeutung
Laut SEP hatte Buridan Zugang zu Ockhams Summa logicae, seine Summulae sind von Ockhams via moderna inspiriert, doch nennt er Ockham nie beim Namen; Wikipedia de zählt ihn zu Ockhams unmittelbaren Schülern, ein persönliches Lehrverhältnis ist in den Quellen nicht belegt.
Johannes Duns Scotus baut auf Anselm von Canterbury aufDeutung
Scotus folgt Anselm darin, Gott jede reine Vollkommenheit zuzuschreiben (SEP).
Johannes Duns Scotus baut auf Bonaventura aufDeutung
Wikipedia en ordnet ihn der Alten Franziskanerschule zu, zu der auch Bonaventura gehörte; laut Britannica lernte er als Novize vor allem Bonaventuras Deutung des franziskanischen Ideals kennen.
Johannes Scotus Eriugena baut auf Augustinus von Hippo aufDeutung
Laut SEP verbindet das Periphyseon unter anderem Augustins Trinitätstheologie, und die Einteilung der Natur hat Vorbilder in Augustins De civitate Dei.
Johannes Scotus Eriugena baut auf Pseudo-Dionysius Areopagita aufDeutung
Er übersetzte das Corpus Dionysiacum 862 und kommentierte die Himmlische Hierarchie, und laut SEP ist dessen Einfluss auf sein Denken tief.
Moses Maimonides baut auf Ibn Sina (Avicenna) aufungeprüft
laut SEP übernahm er im Führer die meisten Ideen Avicennas
Marsilius von Padua baut auf Ibn Ruschd (Averroes) aufDeutung
Marsilius verbindet laut SEP Aristoteles mit Cicero, Augustinus und Ibn Ruschd zu einer eigenen Synthese.
Meister Eckhart baut auf Albertus Magnus aufDeutung
Albertus der Große prägte Eckhart stark, möglicherweise durch ein Studium in Köln vor 1280 (SEP).
Meister Eckhart baut auf Johannes Scotus Eriugena aufDeutung
Laut SEP waren Meister Eckhart und Nikolaus von Kues Eriugena gegenüber wohlwollend und kannten das Periphyseon.
Meister Eckhart baut auf Moses Maimonides aufDeutung
In Eckharts lateinischen Werken wird nur Aristoteles häufiger zitiert als Maimonides (SEP).
Meister Eckhart baut auf Pseudo-Dionysius Areopagita aufDeutung
Laut SEP und deutscher Wikipedia prägte seine negative Theologie Meister Eckhart.
Nikolaus von Kues baut auf Albertus Magnus aufDeutung
Wikipedia de nennt Alberts Dionysius-Kommentar als Quelle für den Gedanken der Koinzidenz.
Nikolaus von Kues baut auf Johannes Scotus Eriugena aufDeutung
Laut SEP besaß Cusanus eine Abschrift des Periphyseon.
Nikolaus von Kues baut auf Marsilius von Padua aufDeutung
In De concordantia catholica zitiert er den Defensor pacis laut Wikipedia de ausgiebig, meist ohne Nennung der Quelle.
Nikolaus von Kues baut auf Meister Eckhart aufDeutung
Nikolaus von Kues stellte eine annotierte Sammlung von Eckharts lateinischen Werken zusammen (Wikipedia).
Nikolaus von Kues baut auf Pseudo-Dionysius Areopagita aufDeutung
Die SEP nennt Dionysius als Vorbild seiner negativen Theologie, die er mit dem Zusammenfall der Gegensätze zugleich aufnimmt und überbietet.
Nikolaus von Kues baut auf Raimundus Lullus aufDeutung
Cusanus studierte 1428 in Paris Schriften des Lullus und schrieb viele davon ab (Wikipedia de), und die SEP nennt Heymericus als Vermittler.
Peter Abaelard baut auf Anicius Manlius Severinus Boethius aufDeutung
Laut SEP waren Boethius' Übersetzungen und Kommentare Standardwerkzeug der Logiker vom 9. bis 12. Jahrhundert, darunter Abaelard.
Peter Abaelard baut auf Héloïse aufDeutung
Ehepaar und Briefpartner; Wikipedia en und de nennen ihren Einfluss auf seine Ethik, Theologie und Philosophie der Liebe.
Raimundus Lullus baut auf Augustinus von Hippo aufDeutung
Laut SEP gründet Llulls Denken auf Augustinus, Dionysius, Anselm, Hugo von St. Viktor und Bonaventura statt auf der aristotelischen Scholastik.
Raimundus Lullus baut auf Pseudo-Dionysius Areopagita aufDeutung
Unter dem Einfluss der negativen Theologie des Dionysius hält Llull Gott für unbegreiflich (SEP).
Roger Bacon baut auf Abu Yusuf Yaqub ibn Ishaq al-Kindi aufDeutung
Seine Quellen für Optik und Astrologie sind laut SEP überwiegend islamisch; das Al-Kindi zugeschriebene De radiis liegt seiner Lehre von den species zugrunde, dazu kommen Alhacens De aspectibus und Ptolemäus.
Thomas von Aquin baut auf Augustinus von Hippo aufungeprüft
Thomas gilt als Gipfel der christlichen Tradition, die auf Augustinus zurückgeht.
Thomas von Aquin baut auf Anicius Manlius Severinus Boethius aufDeutung
Laut SEP benutzte Thomas von Aquin Boethius' Logikkommentare, schrieb Kommentare zu den theologischen Traktaten I und III, und seine Lehre vom höchsten Gut in der Summa Theologiae baut auf dem Trost der Philosophie auf.
Thomas von Aquin baut auf Moses Maimonides aufDeutung
kannte und nutzte dessen Führer der Unschlüssigen
Thomas von Aquin baut auf Pseudo-Dionysius Areopagita aufDeutung
Laut SEP schrieben Albert und Thomas Kommentare zu Dionysius, und das Schema Verbleiben, Hervorgehen, Rückkehr bildet die Struktur der Summa.
Héloïse und Peter Abaelard kannten sich persönlichDeutung
Ehepaar und Briefpartner; Wikipedia en und de nennen ihren Einfluss auf seine Ethik, Theologie und Philosophie der Liebe.
Marsilius von Padua und Wilhelm von Ockham kannten sich persönlichDeutung
Beide waren Exilanten bei Ludwig dem Bayern gegen Johannes XXII., doch das Verhältnis war nach Wikipedia de distanziert, und der Defensor minor antwortet laut SEP auf Ockhams Bestreitung der Konzilsunfehlbarkeit.
Albertus Magnus war Lehrer von Thomas von AquinDeutung
Thomas begleitete ihn von Paris nach Köln, wo Albert das Studium generale aufbaute (SEP, Britannica).
Peter Abaelard war Lehrer von HéloïseDeutung
Abaelard unterrichtete sie im Auftrag ihres Onkels Fulbert (Britannica), später tauschten sie Briefe über Philosophie und Theologie (IEP).
Abu Hamid Muhammad al-Ghazali kritisiert Abu Nasr Muhammad al-FarabiDeutung
Die erste und längste Erörterung der Inkohärenz richtet sich gegen Al-Farabis und Avicennas Lehre von der ewigen Welt (SEP).
Abu Hamid Muhammad al-Ghazali kritisiert Ibn Sina (Avicenna)Deutung
Die Inkohärenz widerlegt Beweise Avicennas, und drei seiner Lehren erklärt Al-Ghazali zum Unglauben (SEP).
Bonaventura kritisiert Ibn Ruschd (Averroes)Deutung
Er lehnt den einen Intellekt für alle Menschen ab und nennt den Intellekt eine menschliche Fähigkeit, nicht abgetrennte Substanz wie bei Averroes (SEP).
Bonaventura kritisiert Roger BaconDeutung
Bacon geriet in Konflikt mit der Weisung des Bonaventura, Schriften nur mit Zustimmung der Oberen zu veröffentlichen (Wikipedia de).
Chasdai Crescas kritisiert Gersonides (Levi ben Gerson)Deutung
Crescas kritisierte Gersonides' Bibelkommentar, und zugleich wirkten Gersonides' Ideen durch Crescas weiter (Wikipedia; Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Chasdai Crescas kritisiert Moses MaimonidesDeutung
Das Or Haschem sollte ein philosophisches Gegenbuch zu Maimonides' Führer der Unschlüssigen sein (Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Georgios Gemistos Plethon kritisiert Ibn Ruschd (Averroes)Deutung
Er wirft Ibn Ruschd Verfälschung der kommentierten Lehren vor (Wikipedia de).
Ibn Ruschd (Averroes) kritisiert Abu Hamid Muhammad al-GhazaliDeutung
Ibn Ruschd schrieb die Gegenschrift Inkohärenz der Inkohärenz (SEP).
Ibn Ruschd (Averroes) kritisiert Ibn Sina (Avicenna)Deutung
hielt dessen neuplatonisch gefärbte Aristoteles-Deutung für unzutreffend
Jehuda Halevi kritisiert Abu Nasr Muhammad al-FarabiDeutung
Die Prophetietheorie, gegen die der jüdische Weise im Kuzari scharf argumentiert, ist eine Lehre Al-Farabis (Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Jehuda Halevi kritisiert Ibn Sina (Avicenna)Deutung
Die Lehre von den getrennten Intellekten, die Halevi angreift, wurde von Al-Farabi entwickelt und von Ibn Sina mit Änderungen übernommen (Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Johannes Duns Scotus kritisiert Thomas von AquinDeutung
Scotus lässt univoke Prädikation bei Gott und Geschöpfen zu, Thomas besteht auf Analogie (SEP).
Moses Maimonides kritisiert Saadia GaonDeutung
Maimonides kritisiert im Führer die Kalam-Theologie, in deren Nähe Saadia arbeitet (Stanford Encyclopedia of Philosophy, Artikel zu Saadya).
Marsilius von Padua kritisiert Wilhelm von OckhamDeutung
Beide waren Exilanten bei Ludwig dem Bayern gegen Johannes XXII., doch das Verhältnis war nach Wikipedia de distanziert, und der Defensor minor antwortet laut SEP auf Ockhams Bestreitung der Konzilsunfehlbarkeit.
Wilhelm von Ockham kritisiert Johannes Duns ScotusDeutung
Wikipedia en nennt Ockham seinen Erzrivalen; die Franziskanertheologen des Spätmittelalters teilten sich in Scotisten und Ockhamisten. Ein persönlicher Austausch ist nicht belegt, es ist ein Gegensatz der Lehren.
Wilhelm von Ockham kritisiert Thomas von AquinDeutung
stellte dessen Realismus der Allgemeinbegriffe radikal infrage
Raimundus Lullus kritisiert Ibn Ruschd (Averroes)Deutung
Ab 1309 kämpft Llull in mindestens 14 Schriften gegen Averroes und den lateinischen Averroismus (SEP).
Thomas von Aquin kritisiert Ibn Ruschd (Averroes)ungeprüft
Thomas schrieb gegen die These eines gemeinsamen Intellekts aller Menschen, die man mit Averroes verbindet (Deutung).
Abu Nasr Muhammad al-Farabi wird verglichen mit Abu Yusuf Yaqub ibn Ishaq al-KindiDeutung
Anders als Al-Kindi lehnt er die Astrologie als gültige Wissenschaft ab (SEP). Deutung: Das ist ein Gegensatz in der Sache, kein belegter persönlicher Streit; Al-Farabi nennt Al-Kindi nie beim Namen (SEP al-Kindi).
Albertus Magnus wird verglichen mit Roger BaconDeutung
SEP nennt ihn einen Zeitgenossen von Albertus Magnus an der Universität Paris in den 1240er Jahren.
Bonaventura wird verglichen mit Thomas von AquinDeutung
Lehrgegensatz, kein persönlicher Streit: Beide wurden 1257 gemeinsam als Magister in Paris anerkannt (SEP). In der Frage des Lichts steht Thomas laut SEP für die aristotelische Position (Licht als akzidentelle Form), Bonaventura hält Licht mit Grosseteste für eine substanzielle Form; insgesamt ging er mit Aristoteles anders um als Albert und Thomas (SEP).
Gersonides (Levi ben Gerson) wird verglichen mit Johannes BuridanDeutung
Beide machten im 14. Jahrhundert die ersten Schritte zu einem Trägheitsprinzip, Buridan mit der Impetustheorie, Gersonides ohne sie (Stanford Encyclopedia of Philosophy).
Ibn Ruschd (Averroes) wird verglichen mit Moses Maimonidesungeprüft
beide stammten aus Córdoba und standen für die Verbindung von Glauben und Vernunft
Marguerite Porete wird verglichen mit Meister EckhartDeutung
Eckhart scheint den „Spiegel“ gekannt zu haben und teilt mit ihr den Gedanken der Ewigkeit des Seelengrunds und die Ablehnung des Leistungsdenkens (de.wikipedia).
Marsilius von Padua wird verglichen mit Thomas von AquinDeutung
Marsilius nimmt göttlichem Gesetz jede Zwangsgewalt im Diesseits und entzieht dem Naturrecht anders als Thomas jede entscheidende Rolle für menschliche Gesetze (SEP, nach Iacopo Costa).
Nachbarn unter den Strömungen
- Baut auf: Athen: Sokrates, Platon, AristotelesAristoteles und Platon sind die wichtigsten Quellen
- Verwandt mit: Renaissance und MachtHumanisten setzen sich von der Scholastik ab und kehren zu antiken Texten zurück
- Verwandt mit: Empirismus und AufklärungDie Kritik des Nominalismus an Allgemeinbegriffen bereitet empirisches Denken vor
Quellen
- [1]Stanford Encyclopedia of Philosophy: medieval-philosophy · Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [2]Wikipedia (en): Medieval philosophy · Wikipedia
- [3]Wikipedia (en): House of Wisdom · Wikipedia