Landkarte der Philosophie · Strömung

Utilitarismus und Pragmatismus

1780 bis 1940 · modernebelegt

Was ist richtig, und woran messen wir es: an Folgen und praktischer Bewährung?

Der Utilitarismus bewertet Handlungen nach ihren Folgen für das Wohl aller. Der Pragmatismus prüft Ideen daran, was sie in der Praxis leisten. Beide wollen Philosophie auf Reformen, Politik und Alltag ausrichten.

Zeit und Umfeld

Industrialisierung, wachsende Städte und Reformbewegungen in England und den USA stellten die Frage nach dem Wohl der Vielen.

Warum das heute zählt

Entscheidungen an Wirkung und Nutzen zu messen und Hypothesen im Handeln zu testen, gehört zum heutigen Management.

Kants Fragen (Deutung): Was soll ich tun? · Was kann ich wissen?

Personen (23)

Begriffe

Nutzenprinzip
: die Regel, das größte Glück der größten Zahl zu fördern
Qualität der Freuden
: Mills Unterscheidung höherer und niederer Freuden
Schadensprinzip
: Freiheit endet dort, wo anderen Schaden zugefügt wird
Pragmatische Wahrheit
: eine Idee ist wahr, soweit sie sich im Handeln bewährt
Instrumentalismus
: Denken als Werkzeug zur Lösung von Problemen
Experimentelle Bildung
: Deweys Lernen durch Erfahrung und gemeinsames Problemlösen

Verbindungen innerhalb der Strömung

45 Verbindungen, jede als Satz mit Begründung. „Im Vergleich“ heißt: ähnliche Gedanken, ohne dass sich die beiden beeinflusst haben müssen.

  • John Dewey baut auf Jane Addams aufDeutung

    Addams war eine enge Freundin der Deweys, und nach Dewey und seiner Tochter half sie ihm, seine Ansichten zu Demokratie, Bildung und Philosophie zu entwickeln.

  • John Dewey baut auf William James aufDeutung

    Laut SEP gemeinsam mit Peirce und James Gründer des amerikanischen Pragmatismus

  • William Godwin baut auf Susanna Newcome aufDeutung

    Ihre Pflicht, Bedürftigen zu helfen, wird laut SEP von späteren säkularen Utilitaristen, besonders Godwin, aufgegriffen.

  • R. M. Hare baut auf John Stuart Mill aufDeutung

    Sein Ziel war, Elemente von Aristoteles, Kant und Mill logisch stimmig zu vereinen (SEP, Hare).

  • Jane Addams baut auf William James aufDeutung

    Freundschaft, Addams zitiert James häufig und teilt mit ihm den Wert der Erfahrung.

  • George Herbert Mead baut auf William James aufDeutung

    Mead verband Darwin, Hegel, Deweys Psychologie und Einsichten von James; er war zudem Hauslehrer in James' Familie.

  • John Stuart Mill baut auf Jeremy Bentham aufDeutung

    Mill war ein Anhänger Benthams und bewunderte ihn, korrigierte aber dessen Begriff von Glück (SEP, History of Utilitarianism).

  • John Stuart Mill baut auf Harriet Taylor Mill aufDeutung

    Laut Mill gab ihr Einfluss den Principles of Political Economy ihren besonderen Ton, und die zweite Auflage wurde nach ihrem Umdenken sozialismusfreundlicher (SEP, Harriet Taylor Mill).

  • Cheryl Misak baut auf Charles Sanders Peirce aufDeutung

    Ihr Buch Truth and the End of Inquiry bietet eine 'Peircean account of truth' (Wikipedia), und sie war 2011 Präsidentin der Charles S. Peirce Society.

  • Derek Parfit baut auf Henry Sidgwick aufDeutung

    Parfit verfolgte Sidgwicks Fragen zur Bevölkerungsgröße und zu Gesamt- gegenüber Durchschnittsnutzen weiter (SEP, History of Utilitarianism) und setzte sich mit Sidgwicks Lösung des Dualismus auseinander; die SEP nennt Parfits eigene Sicht zutiefst sidgwickianisch (SEP, Sidgwick).

  • Hilary Putnam baut auf John Dewey aufDeutung

    Mit Ruth Anna Putnam schrieb er Pragmatism as a Way of Life über James und Dewey (SEP, Wikipedia).

  • Hilary Putnam baut auf Willard Van Orman Quine aufDeutung

    Putnam wurde laut Wikipedia in den späten 1970ern auch von Quines Ideen angeregt, den Realismus zu verlassen, und beide entwickelten das Unentbehrlichkeitsargument.

  • Hilary Putnam baut auf William James aufDeutung

    Putnam schrieb viel über James, Peirce und Dewey und wurde durch James und Dewey von der Fakt-Wert-Trennung abgebracht (Wikipedia, SEP).

  • Richard Rorty baut auf John Dewey aufDeutung

    SEP: Dewey ist für Rorty die Schlüsselfigur des Pragmatismus, wenn auch in selektiver, umstrittener Lesart.

  • Richard Rorty baut auf Willard Van Orman Quine aufDeutung

    SEP: Rorty verwendet Quines Angriff in „Two Dogmas of Empiricism“ für seine Kritik an der Erkenntnistheorie.

  • Henry Sidgwick baut auf Jeremy Bentham aufDeutung

    Seine Ansichten entwickelten sich laut SEP aus und in Auseinandersetzung mit denen Benthams und Mills; The Methods gilt dort als eines der bekanntesten Werke utilitaristischer Moralphilosophie.

  • Henry Sidgwick baut auf John Stuart Mill aufDeutung

    Sidgwicks Methods of Ethics entwickelte sich aus und in Auseinandersetzung mit Bentham und Mill (SEP, History of Utilitarianism).

  • William James baut auf Charles Sanders Peirce aufDeutung

    James führte den Pragmatismus auf Peirces frühe Aufsätze The Fixation of Belief und How to Make Our Ideas Clear zurück.

  • John Dewey und Jane Addams kannten sich persönlichDeutung

    Addams war eine enge Freundin der Deweys, und nach Dewey und seiner Tochter half sie ihm, seine Ansichten zu Demokratie, Bildung und Philosophie zu entwickeln.

  • John Dewey und George Herbert Mead kannten sich persönlichDeutung

    Dewey und Mead waren enge Freunde mit ähnlichen Denkwegen, beide durchliefen eine Hegel-Phase.

  • Harriet Taylor Mill und John Stuart Mill kannten sich persönlichDeutung

    Sie arbeitete eng mit Mill zusammen, und er schrieb ihr virtuelle Mitautorschaft an vielen Werken zu (SEP, John Stuart Mill; SEP, Harriet Taylor Mill).

  • Jane Addams und George Herbert Mead kannten sich persönlichDeutung

    Langjährige Freundschaft und gemeinsame Projekte; Mead verteidigte sie öffentlich, als sie wegen ihrer Haltung zum Kriegseintritt der USA angegriffen wurde, obwohl er anders dachte.

  • Jane Addams und William James kannten sich persönlichDeutung

    Freundschaft, Addams zitiert James häufig und teilt mit ihm den Wert der Erfahrung.

  • Charles Sanders Peirce und William James kannten sich persönlichDeutung

    Enge Freunde und Mitglieder des Metaphysical Club, die sich gegenseitig beeinflussten und ihre Spielarten des Pragmatismus doch abgrenzten.

  • J. J. C. Smart und Bernard Williams kannten sich persönlichDeutung

    Smart und Williams schrieben 1973 gemeinsam „Utilitarianism: For and Against“, Smart verteidigt, Williams kritisiert (IEP).

  • R. M. Hare war Lehrer von Bernard WilliamsDeutung

    SEP: Hare war einer seiner Tutoren in Oxford, dessen Ansatz Williams ablehnte; 1990 folgte er ihm auf den Oxford-Lehrstuhl.

  • Charles Sanders Peirce war Lehrer von John DeweyDeutung

    Dewey besuchte 1882/83 Peirces Logikkurs an der Johns Hopkins University, fand ihn damals zu mathematisch und erkannte nach der SEP erst später die Bedeutung von Peirces Pragmatismus für seine eigene Forschungslogik an.

  • Richard Rorty war Lehrer von Robert BrandomDeutung

    Brandom promovierte 1977 unter Rorty, nennt ihn laut SEP seinen Lehrer und gab Rorty and His Critics (2000) heraus.

  • William James war Lehrer von W. E. B. Du BoisDeutung

    Du Bois belegte 1889/90 Philosophiekurse bei James, und er schreibt später, er sei auf seinen James zurückgefallen (SEP).

  • William James war Lehrer von Mary Parker FollettDeutung

    Nach der SEP (Pragmatist Feminism) studierte Follett an Radcliffe/Harvard unter anderem bei William James.

  • Cheryl Misak kritisiert John DeweyDeutung

    Die SEP führt Misak (1999) bei denen, die Peirces Untersuchungsbegriff gegenüber Deweys als Grundlage demokratischer Beratschlagung bevorzugen.

  • Cheryl Misak kritisiert Richard RortyDeutung

    Die SEP nennt Misak unter denen, die Rortys Verzicht auf die Wahrheitsfrage kritisieren.

  • Hilary Putnam kritisiert Richard RortyDeutung

    SEP: Putnam gehört zu den freundlichen Kritikern, die keine nur gesprächsbedingten Grenzen des Wissens akzeptieren.

  • Peter Railton kritisiert Bernard WilliamsDeutung

    Die SEP führt Railton 1984 als Antwort auf den Einwand vom „einen Gedanken zu viel“ (Williams 1981) an: Das Nutzenprinzip ist Maßstab, nicht Entscheidungsverfahren.

  • Bernard Williams kritisiert R. M. HareDeutung

    Williams war Hares Balliol-Schüler und kritisierte später die Zwei-Ebenen-Lehre (SEP, Hare).

  • Bernard Williams kritisiert Richard RortyDeutung

    SEP: Williams kritisiert Rortys Wissenschaftsverständnis; in Truth and Truthfulness (2002) stellt er sich gegen Rortys Wahrheitsskepsis.

  • Bernard Williams kritisiert Henry SidgwickDeutung

    Williams warf ihm vor, ein ‚Government House‘-Utilitarist zu sein, dessen Ansichten zum Kolonialismus passten (SEP, Sidgwick).

  • Bernard Williams kritisiert J. J. C. SmartDeutung

    Smart und Williams schrieben 1973 gemeinsam „Utilitarianism: For and Against“, Smart verteidigt, Williams kritisiert (IEP).

  • Jeremy Bentham wird verglichen mit William GodwinDeutung

    Zeitgenosse und wie Bentham säkularer Utilitarist, aber viel radikaler und Anarchist (SEP, History of Utilitarianism).

  • John Dewey wird verglichen mit W. E. B. Du BoisDeutung

    Neuere Forschung (Sullivan 2006, Macmullen 2009) verbindet seine Moralpsychologie mit Deweys Gewohnheitsbegriff, um Weißsein zu analysieren (SEP).

  • John Dewey wird verglichen mit Mary Parker FollettDeutung

    Thematische Nähe, keine belegte persönliche Beziehung: Nach der SEP (Pragmatist Feminism) kritisierten Addams, Dewey und Follett gleichermaßen das Ideal des liberalen Individualismus.

  • John Dewey wird verglichen mit William Jamesungeprüft

    Beide Begründer des Pragmatismus, laut SEP Dewey

  • Mary Parker Follett wird verglichen mit Jane AddamsDeutung

    Thematische Nähe, keine belegte persönliche Beziehung: Wie Addams entwickelte Follett ihre Philosophie nach der SEP (Pragmatist Feminism) aus der Arbeit an sozialen Fragen ihrer Stadt, und Demokratie ist für beide ein Kernbegriff.

  • William Godwin wird verglichen mit John Stuart MillDeutung

    Die SEP (History of Utilitarianism) sagt, dass Godwins Kritik an staatlicher Bevormundung Mills Einwände in On Liberty vorwegnimmt; ein Einfluss auf Mill ist damit nicht belegt, die Kante ist Deutung der Verwandtschaft.

  • Hilary Putnam wird verglichen mit Richard RortyDeutung

    Die SEP führt Rorty und Putnam nebeneinander als Träger der Wiederbelebung des Pragmatismus seit den 1970ern.

Nachbarn unter den Strömungen

Quellen

  1. [1]Stanford Encyclopedia of Philosophy: utilitarianism-history · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. [2]SEP: Pragmatism, Abschnitt 1.2 · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  3. [3]Wikipedia (en): Utilitarianism · Wikipedia
  4. [4]Wikipedia (en): Pragmatism · Wikipedia

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