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Landkarte der Philosophie

Immanuel Kant

1724–1804 · Königsberg

Kapitel
Kant und Deutscher Idealismus (redaktionell, keine Schulzugehörigkeit)
Richtung
Deutscher Idealismusbelegt[15][16][17]
Kants Fragen
Was soll ich tun? · Was kann ich wissen? (Deutung)
Lebensdaten
belegt gilt für Name, Lebenszeit und Orte
Fachlexikon
Eigener Artikel in der Stanford Encyclopedia of Philosophy

Kommt in diesen Denkwegen vor

Kant fragt, was Vernunft leisten kann, und stellt damit Erkenntnis, Moral und Religion auf eine neue Grundlage, von der aus Reinhold, Fichte, Hegel und später Marx ihren Weg nehmen.

Kant verbindet Wolffs Strenge, Humes Skepsis und Rousseaus Menschenbild zu einem neuen Entwurf. Mendelssohn, Hamann, Reinhold und Maimon sind seine ersten Leser, Verteidiger und Kritiker, und Fichte, Schelling und Hegel gehen von ihm aus.

Kernidee

Kant dreht die Blickrichtung um: Nicht unser Erkennen richtet sich nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände müssen sich nach den Formen unseres Erkennens richten. Wir erkennen die Dinge daher nur, wie sie uns erscheinen, nicht wie sie an sich sind. In der Moral gibt sich die Vernunft selbst das Gesetz, und das nennt Kant Autonomie.

Bekannt für

Kant ist bekannt für den Aufruf „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ und für den kategorischen Imperativ, also die Regel, nur nach Grundsätzen zu handeln, die für alle gelten könnten. Wer sich im Gespräch fragt, ob er die Regel, nach der er gerade handelt, auch bei anderen gelten lassen würde, wendet ihn an.

Theorien mit Alltagsbeispiel

Die kopernikanische Wende

Bis dahin nahm man an, dass sich unser Erkennen nach den Gegenständen richtet. Kant versucht es umgekehrt und vergleicht das selbst mit Kopernikus, der die Bewegungen am Himmel besser erklären konnte, als er den Beobachter sich bewegen ließ: Die Gegenstände unserer Erfahrung richten sich nach den Formen unseres Erkennens. Gemeint sind Raum und Zeit, in denen uns alles sinnlich gegeben ist, und Grundbegriffe wie Ursache, die Kant Kategorien nennt und mit denen der Verstand das Gegebene ordnet. Diese Formen gehören nach Kant zu jedem menschlichen Erkennen und sind allen gemeinsam, darum können Menschen über dieselbe Erfahrungswelt objektiv urteilen. Ein Alltagsbeispiel: Fällt dir eine Tasse vom Tisch, fragst du ganz selbstverständlich, was sie umgestoßen hat. Dass jedes Ereignis eine Ursache hat, lernst du nach Kant nicht erst aus vielen Beobachtungen, es gehört zu der Ordnung, in der jeder Mensch überhaupt Ereignisse erfährt.

Erscheinung und Ding an sich

Was wir erfahren, sind Erscheinungen, und wie die Dinge unabhängig von uns beschaffen sind, bleibt unerkennbar. Erscheinungen sind dabei kein bloßer Schein: Über sie ist nach Kant gesichertes Wissen möglich, das alle teilen können, etwa in der Physik. Damit setzt Kant der Vernunft eine Grenze und schafft zugleich Raum für Glauben und Freiheit, denn über Gott, die Freiheit des Willens oder eine unsterbliche Seele lässt sich nach ihm theoretisch nichts beweisen und nichts widerlegen. Ein Alltagsbeispiel: Ob es draußen regnet, kannst du nachsehen und mit anderen klären, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, entscheidet dagegen keine Beobachtung.

Autonomie und kategorischer Imperativ

Die Vernunft gibt sich nach Kant selbst das Moralgesetz, und es gilt unbedingt und nicht nur, wenn es nützt. Eine Formel verlangt, nur nach Grundsätzen zu handeln, die man zugleich als allgemeines Gesetz wollen kann. Frag dich, ob du wollen würdest, dass jede Führungskraft mit Fehlern so umgeht, wie du es gerade tust.

Begriffe

Kritik
: bei Kant eine Prüfung der Vernunft durch die Vernunft selbst, ohne Rückgriff auf Autoritäten: Sie klärt, was die Vernunft aus eigener Kraft erkennen kann und wo ihre Grenzen liegen
Transzendentalphilosophie
: Kants Untersuchung der Bedingungen, unter denen Erfahrung und Erkenntnis überhaupt möglich sind; sie fragt nach der Art, wie wir Gegenstände erkennen, soweit das vor aller Erfahrung (a priori) möglich ist
Ding an sich
: ein Ding, wie es unabhängig davon ist, wie es uns erscheint; erkennen können wir nach Kant nur Erscheinungen, also die Dinge, wie sie uns in Raum und Zeit gegeben und durch unsere Begriffe geordnet sind
kopernikanische Wende
: Kants Umkehr der Blickrichtung: Nicht unser Erkennen richtet sich nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände der Erfahrung richten sich nach den Formen des Erkennens, die allen Menschen gemeinsam sind
kategorischer Imperativ
: Kants Grundregel der Moral, die ohne Bedingung gilt: Handle nur nach einer Regel, von der du wollen kannst, dass sie für alle gilt
Autonomie
: wörtlich sich selbst das Gesetz geben; in Kants Moral gibt sich der Wille das Moralgesetz aus der eigenen Vernunft
Aufklärung
: nach Kant der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, also der Schritt, den eigenen Verstand ohne Anleitung eines anderen zu gebrauchen
Willensfreiheit
: Willensfreiheit ist die Fähigkeit, über dein Wollen und Handeln selbst zu bestimmen, und gilt vielen als Voraussetzung dafür, dass du für dein Tun verantwortlich bist.

Lehrer, Schüler und weitere Verbindungen

54 Verbindungen im Netz (Prüfstand: 8 belegt, 18 Deutung, 28 ungeprüft). Jede hat ihre eigene Begründung und ihren eigenen Prüfstand.

Was der Prüfstand bedeutet
belegt
Mit Quelle belegt.
Deutung
Redaktionelle Deutung auf Grundlage der Quellen.
überliefert
Überliefert, aber historisch nicht gesichert.
ungeprüft
Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

Schüler

Persönliches Lehrverhältnis: wurde von Kant unterrichtet.

  • Johann Gottfried HerderPrüfstand: belegt

    Herder studierte ab 1762 in Königsberg und hörte bis 1764 bei Kant Vorlesungen, unter anderem über Logik, Metaphysik, Moralphilosophie und physische Geographie. Wegen seiner ungewöhnlichen Begabung räumte Kant ihm besondere Vorrechte ein. Von diesem frühen Kant übernahm Herder nach der Stanford Encyclopedia die Skepsis gegenüber der Metaphysik und die Auffassung, dass Moral vor allem auf Gefühlen beruht.

Persönlich verbunden

Begegnung, Freundschaft, Briefwechsel oder Zusammenarbeit.

  • Johann Georg HamannPrüfstand: belegt

    Hamann und Kant waren in Königsberg befreundet. Hamann widmete Kant und ihrem gemeinsamen Freund Christoph Berens 1759 seine „Sokratischen Denkwürdigkeiten“, und 1767 vermittelte Kant ihm eine Stelle in der preußischen Zollverwaltung.

  • Karl Leonhard ReinholdPrüfstand: belegt

    Reinhold schrieb Kant viele persönliche Briefe, und Kant zeigte sich über Reinholds Erfolg erfreut. Ein Lehrverhältnis gab es nicht: Reinhold machte Kants Philosophie bekannt und baute sie weiter.

  • Moses MendelssohnPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Konkurrenten um den Akademiepreis 1763, später im Austausch über Kants Kritik der Gottesbeweise.

Kritisiert

Kant kritisiert eine bestimmte These. Gemeint ist die Sache. Ob daraus auch ein persönlicher Bruch wurde, steht jeweils in der Erklärung.

  • Anselm von CanterburyPrüfstand: Deutung

    Laut deutscher Wikipedia setzte sich Kant kritisch mit dem ontologischen Gottesbeweis auseinander; sie verweist auf seine Argumente gegen ontologische Gottesbeweise in der Kritik der reinen Vernunft (B 620 f. / A 592 f.). Es handelt sich um eine nachträgliche Kritik, nicht um einen Streit unter Zeitgenossen.

Wird kritisiert von

Kritik an einer bestimmten These von Kant. Gemeint ist die Sache. Ob daraus auch ein persönlicher Bruch wurde, steht jeweils in der Erklärung.

  • Bernard BolzanoPrüfstand: Deutung

    Laut SEP hält Bolzano Kants kategorischen Imperativ für unbrauchbar und ersetzt ihn durch das Prinzip der Förderung des Gemeinwohls.

  • Gayatri Chakravorty SpivakPrüfstand: Deutung

    In A Critique of Postcolonial Reason zeigt sie, wie Kant und Hegel Nichteuropäer vom vollen Menschsein ausschlossen.

  • Hans ReichenbachPrüfstand: Deutung

    Reichenbach ging vom Neukantianismus aus und ersetzte Kants apriorische Prinzipien durch prüfbare Konventionen.

  • Joan TrontoPrüfstand: Deutung

    Tronto (1995) kritisiert, dass eine Pflichtethik, besonders in kantischer Form, die Fähigkeit der Menschen zu Vernunft und freier Wahl zu stark idealisiert (SEP, Feminist Ethics 2.4.1). Gegenseitige Kritik ist nicht belegt, daher gerichtet.

  • Johann Georg HamannPrüfstand: belegt

    In seiner „Metakritik über den Purismus der Vernunft“ (1784, zu Lebzeiten nicht veröffentlicht) antwortete Hamann auf Kants „Kritik der reinen Vernunft“. Er lehnte Kants strenge Trennung von Sinnlichkeit und Verstand ab und hielt dagegen, dass alles Denken an Sprache und Überlieferung gebunden ist. Eine reine Vernunft, die von Erfahrung frei wäre, gibt es für ihn deshalb nicht.

  • Johann Gottfried HerderPrüfstand: belegt

    In der „Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft“ (1799) wandte sich Herder öffentlich gegen Kants kritische Philosophie. Er hielt dagegen, dass die Vernunft selbst von Erfahrung und Sprache abhängt, und warf Kant vor, die Sprache als Quelle der Erkenntnis zu übergehen.

  • John Stuart MillPrüfstand: belegt

    In „Utilitarianism“ würdigt Mill Kant als bedeutenden Denker, wirft ihm aber vor, aus dem kategorischen Imperativ keine einzige Pflicht wirklich abzuleiten. Kant zeige nur, dass niemand die Folgen wollen würde, wenn alle nach einer unmoralischen Regel handelten (Kapitel 1). In Kapitel 5 folgert Mill, Kants Grundsatz ergebe nur dann Sinn, wenn man beim Handeln das Wohl aller Menschen im Blick hat.

  • Moritz SchlickPrüfstand: Deutung

    Schlick lehnte Kants kategorischen Imperativ und absolute Werte ab.

  • Bertrand RussellPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Laut SEP gab er gegen 1898 den Idealismus und die ursprünglich kantische Methode auf

  • Friedrich Heinrich JacobiPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Jacobi hielt das Ding an sich für unverzichtbar und zugleich unhaltbar.

  • Friedrich NietzschePrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Kritik an Moralphilosophie und Pflichtethik

  • Georg Wilhelm Friedrich HegelPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    führt Kants Kritik weiter und wirft ihm Formalismus vor

  • Gottlob FregePrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    In den Grundlagen widerspricht er Kants Ansicht, arithmetische Sätze seien synthetisch a priori

  • Salomon MaimonPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Maimon kritisiert Kant scharf, Kant lobt ihn als seinen scharfsinnigsten Kritiker.

Gegenseitige Kritik

Beide Seiten kritisieren Thesen der anderen.

  • William David RossPrüfstand: Deutung

    Ross lehnt Kants ausnahmslose Pflichten (etwa ein striktes Lügenverbot) und die Bindung des moralischen Werts an das Pflichtmotiv ab (SEP § 3).

Baut auf

Kant übernimmt oder entwickelt einen Gedanken weiter, meist über Texte.

  • Jean-Jacques RousseauPrüfstand: belegt

    Rousseaus moralische Freiheit als selbstgegebenes Gesetz wird bei Kant zur Autonomie.

  • Christian WolffPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Kant verdankt Wolff Form und Inhalt seines frühen Denkens und nennt ihn den größten dogmatischen Philosophen.

  • David HumePrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Kant sagt, Humes Einwand habe ihn aus dem dogmatischen Schlummer geweckt (Prolegomena, Akademie-Ausgabe IV, 260).

  • Gottfried Wilhelm LeibnizPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Kant steht anfangs in der Leibniz-Wolff-Tradition und löst sich in der Kritik davon.

Grundlage für

Übernehmen oder entwickeln einen Gedanken von Kant weiter, meist über Texte.

  • Friedrich Albert LangePrüfstand: Deutung

    Lange befürwortet ein Zurück zu Kant und stützt dessen Erkenntnistheorie durch die Sinnesphysiologie, deutet ihn aber naturalistisch.

  • Henry David ThoreauPrüfstand: Deutung

    SEP nennt Kant, Fichte und Schelling, studiert aus erster oder zweiter Hand, unter den Einflüssen.

  • Jean-François LyotardPrüfstand: Deutung

    Lyotard greift Kants Lehre vom Erhabenen auf.

  • John RawlsPrüfstand: belegt

    Seine Theorie der Gerechtigkeit übersetzt Kants Selbstgesetzgebung in einen fairen Urzustand.

  • Margaret FullerPrüfstand: Deutung

    SEP nennt Kant unter den Einflüssen, die die Transzendentalisten in Amerika einführen wollten.

  • Peter Frederick StrawsonPrüfstand: Deutung

    The Bounds of Sense (1966) ist eine Auseinandersetzung mit Kants Kritik der reinen Vernunft.

  • R. M. HarePrüfstand: Deutung

    Über H. J. Paton lernte er von Kant, dass Imperative zum Bereich der Vernunft gehören, und wollte Kantisches mit Mill vereinen (SEP, Hare).

  • Ralph Waldo EmersonPrüfstand: Deutung

    SEP nennt kantisches und romantisches Denken unter Emersons Einflüssen.

  • Robert BrandomPrüfstand: Deutung

    Wikipedia und SEP nennen Kant unter den Denkern, auf die Brandom zurückgreift.

  • Robert NozickPrüfstand: Deutung

    Nozick stützt die Rechte auf Kants Formel, Menschen als Zweck und nie bloß als Mittel zu behandeln, und nennt das die Getrenntheit der Personen (Wikipedia en, Political philosophy).

  • Wilfrid SellarsPrüfstand: Deutung

    Die SEP nennt Sellars' Philosophie des Geistes kantisch geprägt.

  • Arthur SchopenhauerPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Er übernimmt Kants Trennung von Erscheinung und Ding an sich und macht den Willen zum Ding an sich.

  • Christine KorsgaardPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Sie entwickelt Kants Gedanken der Autonomie als Quelle moralischer Verpflichtung weiter.

  • Claude Lévi-StraussPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Suche nach universalen Denkformen des Geistes, die Kulturen übergreifen

  • Edmund HusserlPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Husserl versteht sich im Anschluss an transzendentale Fragestellungen, laut SEP transzendentaler Idealist

  • Ernst CassirerPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Er weitet Kants Frage nach den Formen der Erkenntnis auf Sprache, Mythos und Kunst aus.

  • Friedrich Daniel Ernst SchleiermacherPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Schleiermacher setzt sich kritisch mit Kant auseinander und lehnt etwa dessen Postulate von Gott und Unsterblichkeit ab.

  • Georg Wilhelm Friedrich HegelPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Hegel nimmt Kants Frage nach der Vernunft und macht daraus eine Geschichte der Vernunft in Bewegung.

  • Germaine de StaëlPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Sie stellt Kants Lehre in Über Deutschland vor und macht sie in Frankreich bekannt.

  • Hannah ArendtPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Kant wird als wichtiger Einfluss genannt, später Vorlesungen zu Kants politischer Philosophie

  • Hermann CohenPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Er erneuert Kants Methode, von der Tatsache der Wissenschaft nach ihren Bedingungen zu fragen.

  • Johann Gottlieb FichtePrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Fichte knüpft an Kant an, Kant distanziert sich 1799 öffentlich von ihm.

  • Jürgen HabermasPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Habermas' Diskursethik ist eine Neufassung von Kants Moral: Gültig ist, was alle Betroffenen begründet akzeptieren könnten.

  • Karl Leonhard ReinholdPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Reinhold macht Kant bekannt und will ihm einen sicheren ersten Grundsatz geben.

  • Karl PopperPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Er folgt laut SEP Kant in der Ablehnung der Ansicht, Beobachtungssätze seien unfehlbar

  • Martha NussbaumPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Jeder Mensch als Zweck an sich, in Wikipedia als Einfluss genannt

  • Max HorkheimerPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Das Ideal der Mündigkeit wird zum Maßstab, an dem die Gesellschaft gemessen wird.

  • Michel FoucaultPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Er kehrt Kants kritische Frage um: Was am scheinbar Notwendigen ist in Wahrheit zufällig?

  • Peter SingerPrüfstand: ungeprüft

    Noch nicht einzeln gegen Quellen geprüft. Lies sie als Hinweis, nicht als Tatsache.

    Er führt den Schritt zum Universalisieren in der Ethik von Kant über Hare auf Kant zurück

Im Vergleich

Redaktioneller Vergleich ähnlicher Gedanken, keine historische Beziehung.

  • Arnold GeulincxPrüfstand: Deutung

    Historiker des 19. Jahrhunderts deuteten Geulincx als Vorläufer Kants, vor allem wegen der Metaphysica ad mentem peripateticam.

Kontext

Was das Denken geprägt oder verzerrt haben könnte: Geld, Abhängigkeit, Biografie.

  • Abhängigkeit belegt

    Wegen der Religionsschrift erhielt Kant am 1. Oktober 1794 eine Kabinettsorder Friedrich Wilhelms II., die ihm weitere Veröffentlichungen dieser Art untersagte. Er verpflichtete sich, über Religion nicht mehr zu schreiben, und hielt sich bis zum Tod des Königs daran.[3]

  • Geld belegt

    Nach der Studienzeit arbeitete Kant sechs Jahre als Hauslehrer, weil seine Eltern gestorben waren und das Geld für eine akademische Laufbahn fehlte. Von 1755 bis 1770 lehrte er als unbesoldeter Dozent, erst 1770 erhielt er den Lehrstuhl für Logik und Metaphysik.[1]

  • Biografie belegt

    Kants Schriften zur Anthropologie und zum Begriff der Rasse enthalten rassistische Einteilungen und Wertungen. Die Forschung streitet, wie stark das sein Hauptwerk berührt; gegen Ende seines Lebens verurteilte er Kolonialeroberung und Sklaverei scharf.[6]

Kritik

Hamann warf Kant in der Metakritik vor, die Vernunft von Sprache, Erfahrung und Geschichte zu trennen. Jacobi hielt das Ding an sich für unhaltbar, und Maimon bezweifelte, dass Kant den Zusammenhang von Begriff und Anschauung begründet hat. Fichtes Weiterentwicklung der Lehre lehnte Kant selbst 1799 öffentlich ab.

Wirkung heute

Kant bleibt nach der Stanford Encyclopedia ein Bezugspunkt in Erkenntnistheorie, Ethik, Politik und Ästhetik. Sein Leitgedanke der menschlichen Autonomie und seine Forderung nach Mündigkeit tragen bis heute die Debatten über Selbstbestimmung und Verantwortung.

Brücke zu Führung und Coaching

Kants Kritik fragt, was die Vernunft mit ihren Mitteln wissen kann und wo sie über diese Grenzen hinausgreift. Diese Haltung hilft in der Führung, wenn aus vorhandenen Daten mehr abgeleitet wird, als sie hergeben. Frage in der nächsten schwierigen Besprechung: Welche Frage können unsere Zahlen beantworten, und wo urteilen wir schon über sie hinaus? Zeigt etwa eine Mitarbeiterbefragung, dass die Zufriedenheit gesunken ist, sagt sie noch nicht, warum einzelne Menschen gekündigt haben. Prüfe vor einer unbequemen Entscheidung außerdem, ob du die Regel, nach der du handelst, auch für alle anderen Führungskräfte gelten lassen würdest.

Zitate

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“

Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, Berlinische Monatsschrift, Dezember 1784, Akademie-Ausgabe VIII, S. 35

„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784)

Lebensstationen

  1. 1724Geboren in Königsberg
  2. 1755Beginn der Lehre an der Universität Königsberg
  3. 1770Lehrstuhl für Logik und Metaphysik
  4. 1781Kritik der reinen Vernunft erscheint
  5. 1794Kabinettsorder des Königs wegen der Religionsschrift
  6. 1804Tod in Königsberg am 12. Februar

Werke

  • Kritik der reinen Vernunft (1781)
  • Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785)

Kritik der reinen Vernunft (1781, zweite Auflage 1787); Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784); Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785); Kritik der praktischen Vernunft (1788); Kritik der Urteilskraft (1790); Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (1793); Zum ewigen Frieden (1795); Die Metaphysik der Sitten (1797)

Anekdote überliefert

Kant soll so regelmäßig gelebt haben, dass die Königsberger ihre Uhren stellten, wenn er zu seinem täglichen Spaziergang aufbrach. Die Geschichte wird bis heute gern erzählt, wie die Zeitschrift ref.ch festhält, auch wenn ihr Ursprung nicht geklärt ist.[8]

Lesetipps

Einstieg
Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784), Akademie-Ausgabe Band VIII, online auf korpora.org: wenige Seiten, die Kants Haltung deutlich zeigen
Vertiefung
Marcus Willaschek, Kant. Die Revolution des Denkens (2023)

Noch nicht sicher belegt

  • Die Anekdote mit den Uhren ist Überlieferung ohne geklärten Ursprung.
  • Das Jahr, in dem Kant sich mit Hume auseinandersetzte (Prolegomena 1783), ist in den genutzten Quellen nicht angegeben.
  • Für Christian Wolff nennt die Stanford Encyclopedia of Philosophy im Kant-Eintrag 1679 bis 1750, im Wolff-Eintrag aber 1754 als Todesjahr.
  • Das Jahr seines Studienbeginns ist nicht geprüft.
  • Wie sich seine Rassentheorie zum Hauptwerk verhält, ist in der Forschung umstritten.
  • Die Zusammenfassungen und die Brücke zu Führung und Coaching sind eigene Formulierungen der Redaktion.
  • Kants Bezug zur Schule von Leibniz und Wolff gilt in der Fachliteratur als Standard, ist aber in den genutzten Quellen nicht ausdrücklich belegt. Den tiefen Einfluss Rousseaus nennt die Stanford Encyclopedia of Philosophy.

Wege durchs Netz

Herkunft der Daten: Grundbestand der Landkarte, Kritische Theorie, Kant und Deutscher Idealismus. Prüfstand der Lebensdaten: belegt. Verbindungen, Kontext und Anekdote haben jeweils einen eigenen Prüfstand.

Quellen zu Kant

  1. [1]Kant · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  2. [2]Immanuel Kant (Wikipedia)
  3. [3]Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft · Wikipedia
  4. [4]korpora.org/kant/aa08/035.html · Webseite
  5. [5]korpora.org/kant/aa04/260.html · Webseite
  6. [6]Black Central Europe, Kant on the different human races (1777) · Webseite
  7. [7]chbeck.de/willaschek-kant/product/40582595 · Buch
  8. [8]ref.ch, Der Mensch im Mittelpunkt (zum Kant-Jubiläum) · Webseite
  9. [9]Immanuel Kant · Britannica
  10. [10]Internet Encyclopedia of Philosophy · abgerufen 2026-10-21
  11. [11]Immanuel Kant · Internet Encyclopedia of Philosophy, abgerufen 2026-10-21
  12. [12]Johann Gottfried Herder · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  13. [13]Karl Leonhard Reinhold · Stanford Encyclopedia of Philosophy
  14. [14]Stanford Encyclopedia of Philosophy · abgerufen 2026-10-21
  15. [15]Internet Encyclopedia of Philosophy · abgerufen 2026-10-21
  16. [16]German idealism · Wikipedia
  17. [17]Stanford Encyclopedia of Philosophy · abgerufen 2026-10-21

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