Landkarte der Philosophie · Strömung
Phänomenologie und Existenzialismus
1900 bis 1970 · modernebelegt
Wie erleben wir die Welt, und wie leben wir frei und verantwortlich ohne vorgegebenen Sinn?
Die Phänomenologie beschreibt, wie sich Dinge dem Bewusstsein zeigen. Der Existenzialismus baut darauf: Der Mensch hat kein vorgegebenes Wesen und muss sich selbst entwerfen. Freiheit, Angst und Verantwortung stehen im Mittelpunkt.
Zeit und Umfeld
Der Erste und Zweite Weltkrieg, Besatzung und Massenmord erschütterten den Glauben an Fortschritt und feste Werte.
Warum das heute zählt
Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen, statt sich hinter Rollen oder Umständen zu verstecken, ist Führungsarbeit und Coaching im Kern.
Kants Fragen (Deutung): Was ist der Mensch? · Was soll ich tun?
Personen (22)
- Franz Brentano1838–1917Deutsch-österreichischer Philosoph und Psychologe, Gründer der beschreibenden Psychologie und Lehrer von Husserl, der den Begriff der Intentionalität in die moderne Philosophie einführt.
- Edmund Husserl1859–1938Mathematiker und Philosoph, Begründer der Phänomenologie, die Erleben und Bewusstsein genau beschreiben will und damit den Boden für Heidegger und die Existenzphilosophie bereitet.
- Miguel de Unamuno1864–1936Spanischer Philosoph, Dichter und Universitätsrektor, der die Sehnsucht nach Unsterblichkeit und das „tragische Lebensgefühl“ zum Thema machte und gern als früher Existenzialist gelesen wird.
- Nikolai Berdjajew1874–1948Russischer religiöser Philosoph im Exil, der Freiheit und die schöpferische Person ins Zentrum stellte und deshalb als christlicher Existenzialist gilt, also als christlicher Denker, dessen Philosophie dem Existenzialismus nahesteht.
- Max Scheler1874–1928Deutscher Philosoph der Phänomenologie, der zeigt, dass wir Werte nicht errechnen, sondern fühlend erfassen, und der mit einer eigenen Lehre von Person, Liebe und Mitgefühl den Weg in die philosophische Anthropologie öffnet.
- Martin Buber1878–1965Religionsphilosoph des Dialogs, der dem einsamen Dasein der Existenzphilosophen die Beziehung von Ich und Du gegenüberstellte.
- Karl Jaspers1883–1969Psychiater und Philosoph, der mit Heidegger zusammen als Begründer der deutschen Existenzphilosophie gilt und den Begriff der Grenzsituation prägte.
- José Ortega y Gasset1883–1955Spanischer Philosoph und Essayist, der das Leben des Einzelnen in seinen Umständen zur Grundwirklichkeit erklärte und damit eine eigene, von der Phänomenologie geprägte Vorform der Existenzphilosophie schuf.
- Paul Tillich1886–1965Evangelischer Theologe und Philosoph, der die Fragen der Existenzphilosophie (Angst, Entfremdung, Sinnlosigkeit) in die Theologie holte und damit auch die Psychotherapie, vor allem Rollo May, prägte.
- Gabriel Marcel1889–1973Katholischer Philosoph und Dramatiker, der oft als christlicher Existenzialist gilt, das Etikett aber ablehnte und Sartres Freiheitsbegriff scharf kritisierte.
- Martin Heidegger1889–1976Deutscher Philosoph, der in Sein und Zeit (1927) die Frage nach dem Sein vom alltäglichen menschlichen Dasein her neu stellt, damit die Existenzphilosophie des 20. Jahrhunderts prägt und zugleich wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus bis heute umstritten bleibt.
- Edith Stein1891–1942Deutsche Philosophin der Phänomenologie, Schülerin und Assistentin Husserls, die in ihrer Doktorarbeit das Einfühlen in andere Menschen untersucht, später Karmelitin (Nonne im Orden der Karmeliten, der aus einer Einsiedlergemeinschaft auf dem Berg Karmel hervorging) wurde und 1942 in Auschwitz ermordet wurde.
- Hans Jonas1903–1993Heidegger-Schüler, der aus der Existenzphilosophie eine Ethik der Verantwortung für die technische Zivilisation entwickelte.
- Viktor Frankl1905–1997Wiener Neurologe und Psychiater, der mit der Logotherapie und Existenzanalyse den Willen zum Sinn zum Zentrum der Psychotherapie machte und seine Lagererfahrung zu einem weltweit gelesenen Buch verarbeitete.
- Jean-Paul Sartre1905–1980Der bekannteste Kopf des Pariser Existenzialismus, der Freiheit und Verantwortung des Einzelnen zum Zentrum machte und sich politisch stark engagierte.
- Emmanuel Levinas1906–1995Litauisch-französischer Philosoph, der bei Husserl und dessen Schüler Heidegger lernte und dann die Ethik, also die Verantwortung für den anderen Menschen, zur ersten Philosophie erklärte.
- Simone de Beauvoir1908–1986Philosophin, Schriftstellerin und Lebensgefährtin Sartres, die die Existenzphilosophie mit einer Ethik der Zweideutigkeit und dem Blick auf die Situation der Frau erweiterte.
- Maurice Merleau-Ponty1908–1961Der Phänomenologe unter den Pariser Existenzialisten, der den Leib zum Ausgangspunkt macht und früh mit Sartre über Politik brach.
- Rollo May1909–1994US-amerikanischer Psychologe, der europäische Existenzphilosophie in die amerikanische Psychotherapie brachte und als einer der ersten und einflussreichsten Vertreter der existenziellen Psychotherapie (die den Platz des Menschen in der Welt und Grundthemen wie Tod, Liebe und Angst in den Blick nimmt) gilt.
- Albert Camus1913–1960Schriftsteller und Denker des Absurden, der das Etikett Existenzialist stets zurückwies und sich 1952 von Sartre trennte.
- Frantz Fanon1925–1961Psychiater und Denker der Dekolonisierung aus Martinique, der die existenzialistische Phänomenologie auf die Erfahrung von Rassismus und Kolonialherrschaft anwandte.
- Irvin D. Yalomgeb. 1931US-amerikanischer Psychiater und Autor, der die existenzielle Psychotherapie (eine Therapie, die Grundfragen des Daseins wie Tod, Freiheit, Einsamkeit und Sinnlosigkeit zum Thema macht) systematisch ausarbeitete und mit Romanen und Fallgeschichten einem breiten Publikum zugänglich machte.
Begriffe
- Phänomenologie
- : die genaue Beschreibung dessen, wie etwas im Erleben erscheint
- Sein-in-der-Welt
- : Heideggers Bild vom Menschen als immer schon in Bezügen stehend
- Existenz vor Wesen
- : Sartres Satz, dass der Mensch erst durch sein Handeln wird, was er ist
- Unaufrichtigkeit
- : sich selbst vorzumachen, man habe keine Wahl
- Das Absurde
- : bei Camus der Zusammenprall von Sinnsuche und schweigender Welt
Verbindungen innerhalb der Strömung
48 Verbindungen, jede als Satz mit Begründung. „Im Vergleich“ heißt: ähnliche Gedanken, ohne dass sich die beiden beeinflusst haben müssen.
Simone de Beauvoir baut auf Maurice Merleau-Ponty aufungeprüft
Merleau-Ponty gehörte zur Redaktion der Temps Modernes, seine Phänomenologie prägte Das andere Geschlecht.
Frantz Fanon baut auf Maurice Merleau-Ponty aufungeprüft
Merleau-Ponty wird in der Stanford-Enzyklopädie und der deutschen Wikipedia als Einfluss genannt, der eine phänomenologische Lektüre Fanons stützt.
Gabriel Marcel baut auf Karl Jaspers aufungeprüft
Jaspers zählt laut dewiki zu Marcels prägenden Einflüssen.
Martin Heidegger baut auf Franz Brentano aufungeprüft
Wikipedia de vermerkt, dass Heidegger stark von Brentano beeinflusst wurde.
Emmanuel Levinas baut auf Gabriel Marcel aufungeprüft
Levinas besuchte Marcels Freitagabende, nachweisbarer Einfluss laut dewiki.
Emmanuel Levinas baut auf Martin Heidegger aufungeprüft
Von Heideggers Hermeneutik des In-der-Welt-Seins angezogen, wandte sich Levinas von dessen Seinsdenken ab und sprach von der Notwendigkeit, das Klima dieser Philosophie zu verlassen.
Rollo May baut auf Paul Tillich aufungeprüft
Tillich beeinflusste May wesentlich, und May wurde ein enger Freund; er schrieb 1973 das Buch „Paulus“ über ihn.
Maurice Merleau-Ponty baut auf Edmund Husserl aufungeprüft
Er übernahm die Phänomenologie als Rahmen und wollte sie reformieren, nicht aufgeben.
José Ortega y Gasset baut auf Edmund Husserl aufungeprüft
Laut Wikipedia (en) folgt Ortegas Methode einer realistischen Phänomenologie nach dem Vorbild Husserls.
Jean-Paul Sartre baut auf Martin Heidegger aufungeprüft
Von Heideggers Existenzphilosophie geprägt, laut SEP-Heidegger belegt
Jean-Paul Sartre baut auf Edmund Husserl aufungeprüft
Sartre beschäftigte sich ab 1933 in Berlin mit Husserls Phänomenologie.
Max Scheler baut auf Edmund Husserl aufungeprüft
Scheler gehörte zu Husserls Göttinger Bekanntenkreis und wurde nach Wikipedia de maßgeblich von ihm beeinflusst.
Irvin D. Yalom baut auf Rollo May aufungeprüft
May war Yaloms Therapeut, und Yaloms existenzielle Psychotherapie baut laut deutscher Wikipedia auf Mays Ansatz auf.
Simone de Beauvoir und Maurice Merleau-Ponty kannten sich persönlichungeprüft
Merleau-Ponty gehörte zur Redaktion der Temps Modernes, seine Phänomenologie prägte Das andere Geschlecht.
Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre kannten sich persönlichungeprüft
Lebenslang eng verbunden, offene Beziehung, Pakt von 1929, gemeinsame Zeitschrift Les Temps Modernes.
Nikolai Berdjajew und Max Scheler kannten sich persönlichungeprüft
Im Berliner Exil getroffen, laut Wikipedia (de) entstand eine lebenslange Verbindung mit Scheler, Spengler und Tillich.
Nikolai Berdjajew und Paul Tillich kannten sich persönlichungeprüft
Treffen im Berliner Exil und lebenslange Verbindung mit ähnlicher Kritik an Positivismus und Rationalismus.
Albert Camus und Jean-Paul Sartre kannten sich persönlichungeprüft
Zeitweise befreundet, später zerstritten, wird oft mit ihm verglichen, obwohl Camus den Existentialismus für sich ablehnte
Frantz Fanon und Jean-Paul Sartre kannten sich persönlichungeprüft
Sartre schrieb das Vorwort zu „Die Verdammten dieser Erde“ (1961), Fanon las zugleich dessen Blick-Analyse und „Antisemit und Jude“ kritisch.
Gabriel Marcel und Emmanuel Levinas kannten sich persönlichungeprüft
Levinas besuchte Marcels Freitagabende, nachweisbarer Einfluss laut dewiki.
Gabriel Marcel und Jean-Paul Sartre kannten sich persönlichungeprüft
Marcel lehnte Sartres atheistisch-radikalen Freiheitsbegriff ab, beide nahmen an den Freitagabenden teil.
Martin Heidegger und Karl Jaspers kannten sich persönlichungeprüft
Freundschaft ab 1920, nach Heideggers NSDAP-Eintritt und Rektoratsrede 1933 der Bruch.
Martin Heidegger und Paul Tillich kannten sich persönlichungeprüft
In Marburg 1924 bis 1925 entwickelte Tillich laut Wikipedia (en) ein fachliches Verhältnis zu Rudolf Bultmann und Martin Heidegger.
Edmund Husserl und Max Scheler kannten sich persönlichungeprüft
Scheler gehörte zu Husserls Göttinger Bekanntenkreis und wurde nach Wikipedia de maßgeblich von ihm beeinflusst.
Rollo May und Paul Tillich kannten sich persönlichungeprüft
Tillich beeinflusste May wesentlich, und May wurde ein enger Freund; er schrieb 1973 das Buch „Paulus“ über ihn.
Rollo May und Irvin D. Yalom kannten sich persönlichungeprüft
May war Yaloms Therapeut, und Yaloms existenzielle Psychotherapie baut laut deutscher Wikipedia auf Mays Ansatz auf.
José Ortega y Gasset und Miguel de Unamuno kannten sich persönlichungeprüft
Gemeinsame Kampagne gegen Antonio Maura 1908 und Fürsprache für Unamunos Begnadigung 1920.
Franz Brentano war Lehrer von Edmund Husserlungeprüft
Husserl gehörte laut SEP und Wikipedia de zu Brentanos Hörern, und Brentanos beschreibende Psychologie beeinflusste seine Phänomenologie.
Martin Heidegger war Lehrer von Hans Jonasungeprüft
Heidegger betreute Jonas' Dissertation von 1928, ab 1964 distanzierte sich Jonas öffentlich.
Edmund Husserl war Lehrer von Martin Heideggerungeprüft
Heidegger war ab 1919 oder 1920 Husserls Assistent, widmete ihm Sein und Zeit und folgte ihm 1928 auf den Lehrstuhl.
Edmund Husserl war Lehrer von Hans Jonasungeprüft
Jonas begann 1921 in Freiburg bei Husserl und Heidegger zu studieren.
Edmund Husserl war Lehrer von Emmanuel Levinasungeprüft
Levinas studierte in Freiburg bei Husserl, schrieb 1930 die erste französische Einführung in dessen Denken und übersetzte 1931 die Cartesianischen Meditationen mit.
Edmund Husserl war Lehrer von Edith Steinungeprüft
Edith Stein war 1916 bis 1918 Husserls Assistentin und beendete die Arbeit aus Frustration (SEP).
Simone de Beauvoir kritisiert Emmanuel Levinasungeprüft
Beauvoir kritisierte in den 1950er Jahren Levinas' Bild des Subjekts als notwendig männlich (Wikipedia en).
Martin Buber kritisiert Martin Heideggerungeprüft
In Gottesfinsternis setzt sich Buber mit Heidegger und Sartre auseinander und lehnt das geschlossene Subjekt ab.
Albert Camus kritisiert Jean-Paul Sartreungeprüft
Bruch 1952 nach Der Mensch in der Revolte und Jeansons Rezension in Les Temps Modernes.
Frantz Fanon kritisiert Jean-Paul Sartreungeprüft
Sartre schrieb das Vorwort zu „Die Verdammten dieser Erde“ (1961), Fanon las zugleich dessen Blick-Analyse und „Antisemit und Jude“ kritisch.
Gabriel Marcel kritisiert Jean-Paul Sartreungeprüft
Marcel lehnte Sartres atheistisch-radikalen Freiheitsbegriff ab, beide nahmen an den Freitagabenden teil.
Martin Heidegger kritisiert Jean-Paul Sartreungeprüft
Heidegger sah Sartres Humanismus als weitere metaphysische Perspektive, die nicht zur Frage nach dem Sein zurückkehrt.
Martin Heidegger kritisiert Max Schelerungeprüft
Heidegger würdigte Scheler im Nachruf, kritisierte aber dessen Anthropologie als Additionsmodell (Wikipedia de).
Emmanuel Levinas kritisiert Martin Buberungeprüft
Levinas warf ihm eine ästhetisierende Haltung vor und setzte das Antlitz als stärkeren ethischen Anspruch dagegen.
Emmanuel Levinas kritisiert Martin Heideggerungeprüft
Von Heideggers Hermeneutik des In-der-Welt-Seins angezogen, wandte sich Levinas von dessen Seinsdenken ab und sprach von der Notwendigkeit, das Klima dieser Philosophie zu verlassen.
Maurice Merleau-Ponty kritisiert Jean-Paul Sartreungeprüft
Rückzug aus Les Temps Modernes 1952/53, scharfe Kritik in Die Abenteuer der Dialektik 1955.
Jean-Paul Sartre kritisiert Albert Camusungeprüft
Öffentlicher Bruch 1951 bis 1952, laut SEP belegt
Edith Stein kritisiert Martin Heideggerungeprüft
Laut SEP bot ihre späte Ontologie eine christliche Alternative zu Heideggers Verständnis des Seins als Endlichkeit.
Viktor Frankl wird verglichen mit Rollo Mayungeprüft
Die deutsche Wikipedia nennt Frankl, May und Yalom als bedeutendste Vertreter der existenziellen Psychotherapie.
Viktor Frankl wird verglichen mit Irvin D. Yalomungeprüft
Beide gelten laut deutscher Wikipedia zusammen mit May als bedeutendste Vertreter der existenziellen Psychotherapie.
Martin Heidegger wird verglichen mit José Ortega y Gassetungeprüft
Die englische Wikipedia nennt Ortegas Ansatz einen Proto-Existenzialismus vor Heidegger, die deutsche beschreibt das Massenphänomen bei beiden phänomenologisch, ein direktes Verhältnis ist nicht belegt.
Nachbarn unter den Strömungen
- Baut auf: Die großen Abweichler des 19. JahrhundertsKierkegaard und Nietzsche liefern die Leitmotive
- Kritik: Kant und Deutscher IdealismusEs wendet sich gegen abstrakte Systeme zugunsten des konkreten Erlebens
- Verwandt mit: Strukturalismus und PoststrukturalismusFoucault und Derrida arbeiten sich an Heidegger und Sartre ab
Wege durchs Netz
Kurze Erzählungen über mehrere Personen.
Frei sein heißt wählen müssen
Wie aus der Entscheidung des Einzelnen der Gedanke wurde, dass wir uns selbst entwerfen.
- 1.KierkegaardKierkegaard: Die Wahrheit über dein Leben lässt sich nicht beweisen, du musst dich entscheiden, und Angst ist das Bewusstsein dieser Freiheit.
- 2.NietzscheNietzsche: Wenn die alten Werte ihre Grundlage verlieren, muss der Mensch selbst Werte schaffen.
- 3.HeideggerHeidegger: Im Alltag verlieren wir uns im Man, dem anonymen Mitmachen, und die eigene Endlichkeit holt uns daraus zurück.
- 4.SartreSartre: Erst existierst du, dann machst du durch dein Handeln aus dir, was du bist, und du bleibst dafür verantwortlich.
- 5.BeauvoirBeauvoir: Freiheit gibt es nur in einer konkreten Lage, und wer frei sein will, trägt auch die Freiheit der anderen mit.
Zurück zu den Sachen
Wie die Phänomenologie das genaue Beschreiben des Erlebens zur Methode machte.
- 1.BrentanoBrentano: Alles Seelische ist auf etwas gerichtet, wer denkt, denkt etwas.
- 2.HusserlHusserl: Klammere deine Annahmen ein und beschreibe, wie sich die Dinge dem Bewusstsein zeigen.
- 3.HeideggerHeidegger: Bevor wir etwas beschreiben, leben wir schon in einer Welt, die wir verstehen.
- 4.Merleau-PontyMerleau-Ponty: Wir nehmen die Welt mit dem Leib wahr, der handelt und sich orientiert.
- 5.LevinasLevinas: Das Antlitz des anderen Menschen spricht mich an, und daraus entsteht Verantwortung vor jeder Entscheidung.
Angst, Mut und Sinn
Wie existenzielle Fragen den Weg in die Psychotherapie und ins Coaching fanden.
- 1.KierkegaardKierkegaard: Angst ist das Schwindelgefühl vor der eigenen Freiheit.
- 2.TillichTillich: Mut heißt, das eigene Sein trotz der Bedrohung durch Tod, Schuld und Sinnlosigkeit zu bejahen.
- 3.MayMay: Angst gehört zum Menschsein und muss in der Therapie ernst genommen werden, wer ihr mit Mut begegnet, kann wachsen.
- 4.FranklFrankl: Menschen streben nach Sinn und werden krank, wenn sie keinen sehen.
- 5.YalomYalom: Tod, Freiheit, Einsamkeit und Sinnlosigkeit sind Gegebenheiten, über die eine gute Therapie offen spricht.
Ich werde am Du
Warum viele Denker dem einsamen Ich die Begegnung entgegensetzten.
- 1.JaspersJaspers: Was Existenz ist, lässt sich nicht beweisen, nur im Gespräch zwischen Menschen erhellen.
- 2.BuberBuber: Ich-Es macht das Gegenüber zum Gegenstand, Ich-Du ist eine Begegnung.
- 3.G. MarcelMarcel: Liebe, Hoffnung und Treue sind keine Probleme, die man löst, sondern Geheimnisse, in denen man selbst steckt.
- 4.ArendtArendt: Freiheit entsteht, wenn Menschen gemeinsam etwas Neues anfangen.
- 5.LevinasLevinas: Ethik kommt vor allem anderen, weil der andere Mensch mich in die Verantwortung nimmt.
Wenn die Welt schweigt
Vier Jahrhunderte Ringen mit der Frage, ob das Leben einen Sinn hat.
- 1.PascalPascal: Der Mensch steht ohne feste Mitte zwischen dem unendlich Kleinen und Großen und lenkt sich ab, um das nicht zu spüren.
- 2.DostojewskiDostojewski: In seinen Romanen streiten Figuren darüber, ob ohne Gott noch etwas gilt.
- 3.UnamunoUnamuno: Das Leben ist tragisch, weil wir um unseren Tod wissen und trotzdem bleiben wollen.
- 4.CamusCamus: Die Welt antwortet nicht auf unsere Frage nach Sinn, und wir leben trotzdem und lehnen uns auf.
- 5.SartreSartre: Ohne vorgegebenen Sinn sind wir zur Freiheit verurteilt, und über die Frage, was daraus politisch folgt, zerbrach 1952 seine Freundschaft mit Camus.
Quellen
- [1]Stanford Encyclopedia of Philosophy: existentialism · Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [2]Stanford Encyclopedia of Philosophy: phenomenology · Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [3]Wikipedia (en): Existentialism · Wikipedia
- [4]Wikipedia (en): World War II · Wikipedia